Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 1-2 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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17 Allerdings hier in Berlin — nicht ohne Grund sage ich meinen Freunden Bekanntes — als ich den Beruf erfaßte, neben meinen wissenschaftlichen Arbeiten öffentlich durch Vorträge zu lehren —und jeder derselben war für mich eine selbstständige Studie, durch welche ich lernen wollte — wurde mir das Glück zu Theil, in weiten Kreisen Theilnahme, Liebe und Wohlwollen zu finden; aber es war doch dies nur ein Vordergrund der Arbeit, in den ich mich stellte. Für etwas Anderes wird sie hoffentlich Niemand ausgeben. Allerdings dehnte sich dieser Wirkungskreis immer weiter aus durch einen großen Theil des Vaterlandes, aber nirgends habe ich meine Lehrthätigkeit aufgedrängt. Niemals habe ich anders geredet als gerufen. Nennt man das sich in den Vordergrund stellen? Ich habe hier keinen Beruf, eine Bibliographie meiner Schriften zu geben oder ein Resums meiner Reden; aber es war doch nöthig zu sagen, daß ich überall gedient habe, wo man mich rief; daß ich die Freude habe, das nicht ohne Erfolg gethan zu haben; — aber ich habe Niemand verdrängt, mich vor Niemand vorgedrängt, mich bei Niemand ein gedrängt. Es liegt leider sogar in meiner nicht gerade lobenswerthen Eigenthümlichkeit, daß mich alle Freunde und Gönner, die ich besitze, gewiß nicht dadurch kennen gelernt haben, daß ich sie besucht und ausgesucht habe. In demselben Alinea nennt mich Herr Nippold einen „Kreuzzeitungs-Günstling." Ich kann darin den Vorwurf nicht finden, der in das Epitheton gelegt sein soll. Ich würde mich dessen freuen, wenn ich mich seiner rühmen könnte. Leider besitze ich die bevorzugte Stellung nicht, die ein Günstling einnimmt. Die freundliche Unterstützung, die die Kreuzzeitung durch Aufnahme meiner Inserate mir ertheilt, nehme ich dankbar an. Das Blatt hat eben weitherzigere Marimen, als man ihm zuschreibt. Es unterstützt Jeden, der im Interesse allgemeiner Wohlfahrt dienstbar ist. Wenn Herr Nippold in Sachen des Reiches Gottes oder zum Besten des Vaterlandes seine Dienste in Anspruch nähme, ich zweifle nicht, daß es sie ihm bewilligte, auch nach den Expectorationen, welche das Buch desselben enthält. Herr Nippold kennt die Presse Berlins sehr wenig, sonst würde er wissen, daß die meisten Berliner Blätter — die großen zumal — in solchen Wünschen, 2