Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 1-2 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Diese Erwähnung hat mich in mehrfacher Weise wirklich überrascht. Der Umstand, unter dem sie erscheint, läßt es verzeihlich erscheinen, daß ich Gelegenheit nehme, dabei von mir in wenigen Zeilen zu reden. Ich nehme es, wie einmal die Mode der Welt und ihre Stimmung ist, als einen Muth der Liebe in Anspruch, es hier zu thun, wo die Eitelkeit lieber schwiege. Aber gerade darum ist vornehmes Jgnoriren da, wo ich nur als Seitenillustration zu einer weitausschauenden Partei-Absicht bin, hier nicht an der Zeit. „Es sei mir gelungen, mich in den Vordergrund zu stellen,"aber beabsichtigt kann dies von mir unmöglich sein, denn sonst würde ich meine sehr jugendliche literarische Thätigkeit vor 26 Jahren nicht mit einer Abhandlung über das Glaubensbekenntniß der Zenobia, sondern mit einer Kirchengeschichte des 19. Jahrhunderts begonnen haben. Aber ich war gelehrt worden, früh mich in die Zucht der Einzelstudien in Sprache und Geschichte zu versenken. Nicht bloß den größten Reiz, auch den größten pädagogischen Werth hat die Mühseligkeit der Detailforschung. Uebermuth, Phrasenthum, Großbüchersucht läßt man dadurch am leichtesten fahren. Man wird fteilich damit nicht in weiten Kreisen bekannt. Wer bekümmert sich in der großen Welt um Kalix, um Benjamin von Tudela, ja um die Magyarischen Alterthümer. Es ist richtig, daß meine Theilnahme an der politischen Publicistik 1849, 50 mir einen Namen und Freundschaft und Gegnerschaft in den Parteien erwarb. Aber ich war unerwartet gerufen worden. Eben so wenig scheint es von einem Vordrängen zu zeugen, daß ich freiwillig eine politische Stellung, die einträglichste, die ich bisher besaß, aufgab, um nach Erfurt mich zu meinen Büchern zu begeben. Und auch dort zeugen die thüringischen Ortsnamen Hartmann v. Aue, Schamir, Fiönvinsmal, die Studien über Erfurter Geschichte unter Anderem nicht von dem Kitzel, meine mühsame Muße durch ein Ziehen an der Glocke des großen Lärmens zu benutzen. Die „Geschichte der Juden" bei Ersch und Gruber war ein mir aufgetragenes Werk. Erinnert sich vielleicht die Redaction einer theologischen Zeitschrift, daß ich ihr meine Arbeiten angeboten habe? Die publicirten sind verlangt worden, die noch ruhenden haben ihren Werth mich zu fördern gehabt.