Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1868-01-01 · 1-2 (1868) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
1-2 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2554541-2554765-2554767--04858-2560799
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

15 boxen Fanatikern die Wege geebnet;" von Liebner, „er habe eine Nachahmung der modernen Bannbullenpolemik versucht." Man wird es nun erklärlich finden, was Herrn Nippold dazu bewog, in seiner früheren Abhandlung folgenden Satz niederzuschreiben: „Vertritt doch ebenso die ziemlich zahlreiche Kaste der Judenmisstonäre, die wohl insgesammt frühere Juden sind, den allerschroffsten Standpunkt der Orthodoxie, wenn es auch nicht allen gelingt, sich so in den Vordergrund zu stellen, wie M'Caul in England, Dr. Philipp! in Rostock und dem Kreuzzeitungsgünstling Paulus Cassel in Berlin. Schon in einer früheren Notiz in der „Neuen Evangelischen Kirchenzeitung" deutete ich daraufhin, daß „der allerschroffste Standpunkt der Orthodoxie" der Judenmissionare darin besteht, daß sie ihre Pflicht erfüllen und den Juden Jesum Christum, des Gesetzes Ende und Erfüllung im alten und neuen Bunde, verkündigen. Ebenso habe ich darauf aufmerksam gemacht, daß, wer über solche Confessionsverhältnisse zu schreiben geneigt ist, sich näher zu unterrichten gebunden ist. Vielleicht die Hälfte sämmtlicher Judenmisstonäre sind geborne Christen. Hier in Berlin ist auch im Augenblick eigentlich nur ein activerJudenmisstonar, der diesen Namen trägt und aus Israel stammt, gegen vier oder fünf andere, die im Augenblick hier leben und evangelische Pastoren gewesen sind. Desgleichen hätte es dem Verfasser bekannt sein müssen, daß M'Caul in England, der leider schon heimgegangen ist, kein Jude von Geburt, aber ein Freund Israels war, wie wenig Andere, und die Predigt des Evangeliums unter Israel durch Liebe und Gelehrsamkeit wohl zu fördern berufen war. Was Dr. Philippi betrifft, so muß auffallen, daß ein Mann, der ein Handbuch der Kirchengeschichte zu schreiben unternimmt, nicht etwas gründlicher über die Arbeiten eines Mannes unterrichtet war, der keine geringe Stellung unter den Universitätslehrern einnimmt und niemals, wenn er auch aus Israel stammt, der Mission direkt zu dienen in der Lage war. Jndirect für sie thätig zu sein, ist aber eine Pflicht, der sich kein Theologe, kein Christ zu entziehen verbunden ist. — Endlich wird dann unter denen, welchen es gelungen ist, in den Vordergrund sich zu stellen, der „Kreuzzeitungsgünstling Paulus Cassel" genannt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.