Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 1-2 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 zur andern etwas ganz anderes ist. Sie nennt sich eine Rückkehr, — während Paulus fortschreitet. Der Katholik, der die reformatorischen Bekenntnisse annimmt, kehrt zum Evangelium zurück. Der katholische Convertit meint zur Kirche zurückgegangen zu sein. Der Geistesstreit dieser Tage charakteristrt sich ganz anders. Das Judenthum, als der gehemmte Fortschritt sucht eine Heimath; der Unglaube, als der beförderte Rückschritt, hat die Heimath verlassen; der Streit der Consessionen gleicht einem Bürgerhader in der Heimath. Leider lag Herrn Nippold weder in dem genannten Aufsätze noch in seinem neuen Buche daran, die theologische und ethische Bedeutung der Converston zu betrachten. Er ging von politischen oder doch partheiischen Grundsätzen aus. Er wollte den Lesern seiner Schrift nur klar machen, die Gegner der neuen Aera in Baden seien dieselben, die es in Berlin waren, auch auf protestantischer Seite, nur Reaktionäre, KreuzzeitungSleute und zumal Judenchristen, mit ihrem „fanatischen Eifer" und „Zuneigung für die Extreme." Er sagt: „Hat doch die eigentlich reactionäre Richtung grade an solchen neuen Judenchristen, wie Stahl in Preußen, da Costa und Capadose in Holland und (wenigstens der Abstimmung nach) vr. Israeli in England ihre beliebtesten Vorfechter erhalten." Er hielt es also nicht für unzart zu versuchen, den Einfluß solcher Männer, weil er sie seiner badischen Partei nicht günstig wußte, dadurch zu mindern, daß er ihre „ Reaktion" auf ihre Abstammung zurückführte. Durch ein judenchristliches „Hepp Hepp" dünkte es ihm nicht unwürdig, die großen Bestrebungen der genannten Männer zu verdunkeln. Ein junger Mann, der Wesentliches noch nicht geleistet, der um die Gunst der Mächtigen buhlt, findet es nicht zu dreist, mit Männern, wie die Genannten, sein kleinliches und unedles Spiel zu versuchen. Er hat sich wohl von der Stimmung keine Vorstellung gemacht, mit der ein d'Jsraeli, wenn er dergleichen läse, auf ihn herunterblicken würde. Für theologisches Nachdenken müßten sich, wenn von Conversionen und Convertiten geredet wird, auch noch folgende wesentliche Merkmale ergeben. Es ist nicht von einerlei Art, ob in unseren Tagen zumal Confessionelle zu anderen Consessionen oder Juden zum Christenthum treten. Auch daö Erste ist zweifelsohne in vielen Fällen