Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 1-2 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9 Verteidigern der badischen kirchlichen Anschauung, welche von Schenkel hauptsächlich den Namen und die Farbe entlehnt hat. Gegen dieselbe richtet sich dort nicht bloß der Protest der posisiven evangelischen Geistlichen, sondern auch die Wirksamkeit der katholischen Kirche. Prinz Usinburg-Birstein, der 1861 sich zur katholischen Kirche gewendet hat, gehört mit Anderen zu den besonders activen Gegnern jener Richtung. Von ihm heißt es nun in diesem Aufsatze „daß er gerade jetzt in der Schrift „die neue Aera in Baden" das Möglichste geleistet hat, was überhaupt hitzköpfiger Proselyteneifer produciren kann. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind aber die bisherigen Uebertritte aus diesen Kreisen erst kleine Vorzeichen von dem, was noch zu erwarten steht, wenn wir an die Sehnsucht von Blättern, wie der Kreuzzeitung, dem Volksblatt für Stadt und Land und dergleichen nach den Fleischtöpfen Aegyptens einerseits und an den Einfluß solcher Jesuitengönner, wie des Herrn v. Ketteler, in den ältesten protestantischen Adelsfamilien andererseits denken." Aber wir haben es hier mit den Converstonen zum Katholicismus nicht allein zu thun. Herr Nippold will auch darauf aufmerksam machen, daß dazu „eine merkwürdige Parallele" die Uebertritte aus dem Judenthum bilden. Aber für den Theologen zumal hätte sich leicht Herausstellen müssen, daß man zwischen dem Bekenntniß des Evangeliums, zu dem ein Jude geführt wird und zwischen der Conversion von einer christlichen Confession zur andern mehr zu unterscheiden als zu vergleichen habe. Der Jude, der zu Christo sich wendet, hat der Lehre des alten Bundes nichts zu verläugnen, denn Jesus ist nicht aufzulösen, sondern zu erfüllen gekommen. Er verliert nichts, er schreitet nur vor; er verläßt Israel nicht, weil er es um so mehr gewinnt. Er zerbricht nicht das Gesetz, er öffnet es nur mit dem Schlüssel des Geistes. Es sind keine Jrrthümer, die er zu verwünschen braucht; es sind nur Halbheiten, welche er in Christo vollendet findet. Er läßt sich von der rabbinischen Interpretation des Gesetzes nicht mehr binden, weil er frei geworden ist. Jeder muß sprechen können, wie der Apostel; „Heben wir denn das Gesetz durch den Glauben auf? Das sei ferne, sondern wir richten das Gesetz auf." Es fällt in die Augen, daß die Conversion von einer Confession