Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 1-2 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 der nicht meines Glaubens ist, zum Freunde zu haben. Wir lieben uns aufrichtig, ob wir gleich vermuthen und voraussetzen, daß wir in Glaubenssachen ganz verschiedener Meinungen sind." Ich denke, dies wird so viel gelten, als die Fabel von Katze und Maus, welche den unauslöschlichen Haß der Juden constatiren soll. In demselben Schreiben sagt er: „Wäre ich im Herzen von einer anderen Religion (dem Christenthum) überführt, so wäre es die verworfenste Niederträchtigkeit, der innerlichen Ueberzeugung zu Trotz, die Wahrheit nicht bekennen zu wollen." Also ist Mendelssohn selbst Zeuge, daß eine Bekehrung möglich ist. Und sie hat sich in seiner eigenen Familie kund gethan. Sie wird fast ganz von christlichen Bekennern gebildet. Christlicher und humaner Geist hat sie völlig erfüllt. Aus den Oratorien des Enkels tönen in rührenden Melodieen wieder die Stimmen der Märtyrer, die in den Fußtapfen Pauli gezeugt und gelitten haben. Hier darf ich an das Buch des Herrn Nippold wieder anknüpfen. Derselbe hatte schon im vorigen Jahre in den Protestantischen Monatsblättern einen Aufsatz: „Der Confessionswechsel in unserm Jahrhundert," erscheinen lassen. Die Anlässe zu demselben sind denen ähnlich, welche das oben genannte Buch hervorgerufen haben. Der Werth des Artikels darf daher ebenso nicht nach gelehrten, sondern muß nach journalistischen Ansprüchen beurtheilt werden. Er behandelt zumeist den Confesstonswechsel, welcher zwischen Katholiken und Protestanten stattgefunden hat. Für einen Christen giebt es kein zarteres Thema; nirgends ist es schwieriger sich vor unberechtigten Eingriffen in das Geheimniß des inwendigen Menschen zu hüten. Die Aufgabe hat es nicht bloß mit psychologischer Tiefe, sondern mit evangelischer Gerechtigkeit zu thun. Voraussetzungen, die in einigen Fällen vielleicht zutreffen, sind roh und gewaltsam in andern. Und es ist schon nichts Kleines einem Einzigen Unrecht zu thun. Der Aufsatz von Nippold macht nicht den Eindruck der Pietät mit „Furcht und Zittern," welche, wenn man die Gewissen von Hunderten in die Oeffentlichkeit fordert, von einem Theologen man erbitten müßte. Es können dies ihm auch nicht zugestehen, welche Converstonen von dem reformatorischen Bekenntniß zur katholischen Kirche schmerzlich ansehen. Der Verfasser gehört also zu den