Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 11-12 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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jüdischen Parteien nichts. Daher soll denn auch nicht eine Selbftzerfleischung der einzelnen Richtungen im jüdischen Volk angekündigt werden, sondern es ist da schwer zu erkennen, daß die Strafe derjenigen ähnlich ist, welche die sestverbundene, aus drei Linien zusammengewachsene, eineMensch- Heit am Thurm zu Babel getroffen hat: Sie wurden zerstreut und verwirrt. Die Zerstreuung des Volks, welche noch heute anhält, wird von Propheten geweissagt, mag auch der innere Parteihader damit Hand in Hand gehn. Und so haben wir erkannt: Die Verwerfung Christi, die Zerstörung des zweiten Tempels und die Zerstreuung Israels werden von Sacharjah vorausverkündigt; aber die Verwerfung des Hirten, Christi, ist der Mittelpunkt, um welchen sich Alles bewegt. Was noch folgt, schließt sich ebenfalls dem bisherigen geschichtlichen Zusammenhänge eng an. Der Hirt hat die zwei Stäbe zerbrochen. Jehovah spricht darauf zu ihm: „Nimm dir noch das Geräth eines thörichten Hirten. Denn steh, ich lasse einen Hirten auf Erden aufkommen, welcher nach dem Verkommenden nicht sieht, das Verirrte nicht sucht und das Zerbrochene nicht heilt, das Gesunde nicht erhält und das Fleisch des Gemästeten ißt, und ihre Klauen zerreißt. Wehe dem nichtsnutzigen Hirten, der die Heerde verwahrlost. Schwert über seinen Arm und über sein rechtes Auge. Sein Arm soll verdorren und sein rechtes Auge verlöschen." Mit diesen Worten wird nicht bloß das Bild eines thörichten Hirten nur dem des guten gegenüber gestellt. Gilt gleich von all den früheren bösen Hirten, welche dem guten Hirten vorangegangen sind, in ihrem Theile, was in den letzten Versen des' 11. Kap. gesagt ist, so will doch die Weissagung, welche ja schon das Treiben der schlimmen Hirten geschildert hat, nicht noch einmal das bereits Ausgesprochene wiederholen, sondern etwas Neues hinzufügen. Sie geht dazu über, einen thörichten Hirten zu schildern, welcher deßhalb erscheinen kann, weil der Hirt Jehovahs nicht vorhanden ist, ihm zu wehren, und welcher gerade darum nicht bloß wie seine Vorgänger die Heerde verwüstet, sondern in noch höherem Maaße. Daher kommt es, daß zu den schon bekannten Zügen in der Beschreibung dieses Hirten auch neue treten.