Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 11-12 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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189 zwischen Israel und Juda. Schon in den Tagen Rehabeams war dieselbe zerrissen worden; das Exil hatte die Getrennten aber wieder zusammengeführt. Als ein Volk war Israel aus der Verbannung zurückgekehrt; die beiden Theile desselben hatten vergessen, daß sie einander feindlich gewesen waren. Bei Israel war in den Zeiten der Spaltung das Reich, die politische Macht geblieben; bei Juda die Verheißung. In einem Glauben an das eine zukünftige Reich und an die eine zukünftige Erfüllung der Verheißung hatten sich Juden aus allen Stämmen in Canaan nach dem Exil wieder zusammen gefunden, und das war etwas Großes, war ein Fortschritt selbst gegen die Zeit, wo zwei Reiche, Israel und Juda, neben einander bestanden hatten. Aber dem so wiedergeeinten Israel ist auch die Sünde, die Verwerfung des Hirten Jehovahs gemeinsam und daher trifft das Volk wieder eine neue Zerreißung. Vergeblich haben sich die beiden geschiedenen Theile die Hände gereicht, sie werden doch wieder von einander getrennt, und ist diesmal ihre Sünde nicht die Eifersucht wider einander, sondern eine falsche Einigkeit; treten diesmal nicht wie in dem früheren Falle wenigstens zwei Stämme auf die Seite des guten Hirten, so wird ihnen auch auf viel empfindlichere Weise es unmöglich gemacht, in der brüderlichen Gemeinschaft zu verbleiben. Das gesammte Volk als Volk hat sich von Jehovah losgesagt, während vor dem Eril ein auch politisch noch bedeutsamer Theil, nicht bloß dieser oder jener Einzelne, sondern zwei Stämme in ihrer Gesammtheit treu geblieben waren, und eben denselben aus diesem Grunde die Aufgabe zufallen konnte, trotz der Abtrennung der Mehrheit noch ein selbstständiges Volk zu bilden. Nunmehr ist es anders. Nicht bloß von Parteien ist die Rede, deren eine etwa im übertragenen Sinne Juda, die andere Israel genannt wurde, sonst hätte die Prophezeiung den Gehorsam oder das Treuverbleiben des einen Theils und die Undankbarkeit des anderen bemerklich gemacht; er schreibt aber die Verwerfung „den Elenden der Schafe" inögesammt zu. Und wenn die Namen Israel und Juda zur Bezeichnung der Parteien hätten geeignet sein sollen, so hätte auch die ParteibUdung irgend wie mit der früheren Bedeutung von Israel und Juda im Zusammenhang haben stehen