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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 11-12 (1867) · page 27

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Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
11-12 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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187 Indem Matthäus daher den älteren Propheten nennt, zeigt sich nur das neutestamentliche Schriftverständniß desselben. Sacharjah steht ja auf dem Boden des Jeremias, und da sich Sacharjah zur Weissagung des Jeremias bekennt, indem er sie wieder aufnimmt, thut es auch Matthäus. Für das Verständniß der Weissagung des Sacharjah bei Matthäus erhalten wir aber somit ein neues Licht. Der Evangelist weiß es wohl, daß Jeremias die Zerstörung Jerusalems in Aussicht stellt; denn mit noch viel direkteren Worten als bei Sacharjah ist dieselbe bei ihm ausgesagt. Und eben deßhalb ist für Matthäus diejenige Erfüllung der Weissagung, welche er in der Verwendung des Blutgeldes sieht, nicht die letzte, sondern mit dem Namen des Jeremias weist er noch weiter hinaus, auf die Verwandlung von ganz Jerusalem zu einem Acker, wie jener Blutacker war, zu einer Stätte des Würgens, zu einem Thophet. Es war nur eine noch verständlichere Warnung, welche der Evangelist Matthäus an seine schriftkundigen Leser ergehn ließ, wenn er bei dieser Gelegenheit statt des scheinbar näher liegenden Propheten Sacharjah den anderen Jeremias nannte. Die eine symbolische Handlung aber, welche Israel zeigen sollte, was es nun zu erwarten habe, da es seinen Hirten verworfen, wird in der Weissagung noch durch eine andere ergänzt. Der Hirt nimmt auch den zweiten Stab und zerbricht ihn. Der Name desselben wird verschieden erklärt. Meistens sagt man, das Wort D^Dn bedeute Bande, und findet eine Bestätigung dafür in dem Umstande, daß mit der Zerbrechung dieses Stabes auch die Brüderschaft zwischen Israel und Juda vernichtet wird. Aber wenn auch die Folge der Zerbrechung des zweiten Stabes die ist, daß fortan die Einigkeit unter den beiden Theilen der elenden der Schafe aufhört, so ist damit doch die Uebersetzung „Bande" noch nicht gerechtfertigt. Man hat mit Recht darauf aufmerksam gemacht, daß binden, wovon Seil und Strick abgeleitet ist, vielmehr auf die Bedeutung „zusammendrehn, winden" führt, als auf die Bedeutung „binden, vereinigen." Heißt sowohl Strick als Schmerz, so werden wir auf eine für beide giltige Anschauung gewiesen, welche nicht auf Vereinigung, sondern auf ein, immerhin den Beigeschmack des Gewaltsamen enthaltendes, Zusammendrehn leitet. Daher ist die allgemein

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