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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 11-12 (1867) · page 19

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Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
11-12 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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179 Freilich fordert es Glauben, wenn der Hirt gerade jetzt Israel auffordert ihm Lohn für seine Mühe zu geben, aber der Glaube wird ihm doch auch möglich gemacht. Die Geschichte der Menschheit hat ja von selbst Israels Augen auf sich-gerichtet, und in derselben konnte wohl der Hirtensinn der Liebe, welche Israels Erlösung allmählich herbeisührte, wahrgenommen werden. Aberdas eben ist Israel nichtrecht, daß so allmählich nur der Hirt Jehovahs Wort zur Vollendung bringt. Es empört sich darüber, daß es ihm für die bisherigen Thaten danken soll, denn für das bisher Geleistete hat es keine herzliche Anerkennung. Ungeduld nur ergreift das Volk, daß nicht schneller sein letzter Sieg kommt. Aber der Hirt will gerade Israels Herzen auf die Probe stellen; sie sollen nun zeigen, ob sie auch ihres Hirten werth sind. Die übrige Menschheit war es nicht; sie war der Huld des Hirten, der sein Werk zu ihrem Besten geübt hatte, überdrüssig geworden. Israel fordert Alles mit einem Male, denn es meint, daß ihm Alles gebühre. Hat der Hirt sein Amt vollbracht, dann stellt es sich so, als ob er doch nur die Pflicht eines Knechtes gethan habe; denn 30 Silberlinge bietet es ihm als Lohn dar. Exod. 21, 32 wird als Werthsumme für einen getödteten Knecht 30 Silberlinge angegeben. Diesen Preis bietet Israel seinem Hirten, als derselbe Lohn fordert. Der Hirt kennt freilich, da er dies thut, schon den Sinn seines Volkes. Er muß so sprechen: „Wenn es gut in euren Augen ist, dann bringt meinen Lohn her, wenn nicht, dann lasset es." Der Hirt fürchtet mithin, daß seine Mühe nicht das rechte Verständniß gefunden haben werde, und in dieser Furcht fordert er Israel auf, wenn dies der Fall wäre, ihm lieber gar keinen Lohn zu zahlen. Aber was thut Israel? Es hat nicht genug daran, in seinem Herzen unzufrieden mit dem Hirten und seinen Leistungen zu sein; es will auch nicht einmal so viel Dankbarkeit beweisen, daß es wenigstens des Hirten Anerbieten, von Lohnzahlung ganz abzustehn, annimmt, nein, es ist froh bei dieser Gelegenheit die Gemeinschaft mit ihm völlig aufheben zu können und in schnöder Weise gibt es ihm zu schmecken, was es von ihm halte. 30 Silberlinge wurden für einen getödteten Knecht erlegt; todt soll der Hirt für Israel sein, und reicht ihm selbst die genannte Summe, um ihm damit zu sagen, daß er ja aufhöre chm weiter zu dienen. 12*

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