Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 11-12 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Es kommt bei den Propheten nicht auf ihre einzelne menschliche Person an, sondern Jehovah ist es, welcher in dem einzelnen wie in der ganzen Schaar angenommen sein will. Einen Propheten wie mich, sagt Moses, wird euch Jehovah senden, und doch meint er nicht bloß einen einzelnen der Zahl nach, wenn auch freilich einen, welcher den Abschluß macht. Die Einheit in den Propheten bildet, wie gesagt, Jehovah und daher muß denn freilich der höchste und letzte Prophet derjenige sein, in welchem Jehovah ganz und völlig, daher natürlich auch abschließend unter sein Volk tritt. Das ist der Prophet, welchem der Geist Gottes nicht bloß nach dem Maaß gegeben ist, wie den andern Propheten, sondern der Prophet, welcher den Geist Gottes ganz hat, auf dessen Person der Geist Gottes ruhen bleibt, daß die ganze Fülle des göttlichen Raths durch ihn zur Offenbarung kommt. Und der Geist dieses Propheten ist es eben, welcher in allen früheren Propheten wirksam war; darum ihm zugeschrieben werden kann, was die ftüheren gethan haben, und er genannt werden darf, wo andere den Dienst Gottes vollbrachten. Der Geist Christi, sagt das Neue Testament, war in jenen. Einen solchen Propheten, den Messias, erwartet auch das heutige Israel, soweit es an der Verheißung der Väter festhält. Wir Christen behaupten, daß dieser Prophet schon in der Person Jesu erschienen ist. Da der Hirt Jehovahs in der Weissagung des Sacharjah vor Israel tritt, gehn ihm die lauten Zeugnisse der Vergangenheit voraus, ihm zur Seite die Ereignisse in der Menschheit, welche Israel sieht. So wird er seinem Volk durch die Wahrheit Gottes beglaubigt. Freilich da er sich seinem Volk darstellt, wird dasselbe „Die Elenden derSchaafe" genannt. Ist für die ganzeHeerde dieZeit eingetreten, wo das Verkommen, das Umkommen und gegenseitige Zerfleischen in derselben herrscht, wie traurig muß es um Israel stehn, wenn es dabei „Die Elenden der Schaafe" genannt wird! Als daher der Hirt für die Erfüllung seines Amts, welche in den Geschicken der Völker sich zeigt, Lohn von Israel fordert, findet er eine böse Aufnahme. Israel hält es für einen schlechten Hirtendienst, daß ihm selbst noch nicht bessere Tage gebracht worden sind.