Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 11-12 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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zu dem Gericht waren, welches sie unter das Joch eines Reiches stellte, das ihre Eigenheit im Grunde vernichtete und jedesfalls ihrer Aufgabe innerhalb der ganzen Menschheit ein Ziel setzte. Die Völker wurden noch gerüttelt und geschüttelt, daß sie bei dem Sturz der offenbar nur thönernen Colosse ihres besseren, sittlichen Berufs sich erinnern uni» nicht von dem Glanz des Augenblicks geblendet werden möchten; ihnen wurde die Möglichkeit noch geboten auf der betretenen gefährlichen Bahn Halt zu machen, die im Verlieren begriffenen Gaben und Güter des gesellschaftlichen, des staatlichen, des sittlichen und religiösen Lebens wieder zu sammeln und dadurch neue Kraft zu gewinnen. Denn noch war ja freilich nicht das römische Cäsarenreich errichtet, welches so lange Zeit bestehn durfte, weil nur solch ein Reich noch im Stande war, das eiserne Band um die unaufhaltsam ihrem Verderben entgegeneilende Menschheit zu werden. Wie schon gesagt, begann in dem Zeitraum des von Sacharjah genannten Monats erst ein solches Sinken der Völker, denn es bleibt bestehn, daß im Vergleich zu der römischen Zeit diese ein durchaus erquicklicheres Bild, in ihrem Anfänge sogar ein recht erfreuliches darbietet. Allerdings der Grund zu dem späteren Unheil wurde hier gelegt, und wir bemerken ein stetiges Herabgehn, mit welchem auch das äußere Glück der Menschheit abnimmt. Ueberdruß an der Gottesmacht, welche auch über das Herz der heidnischen Menschheit ihre Gewalt noch ausgeübt hatte, Ueberdruß an dieser Gottesmacht, welche trotz der fehlenden rechten Gotteserkenntniß doch in der natürlichen Sittlichkeit zu Tage getreten war, und Tugenden herangebildet hatte, die uns jetzo vielfach zur Beschämung gereichen müssen, fing an sich immer allgemeiner einzustellen. Die geheime Scheu vor dem Göttlichen, welche in dem heidnischen Aberglauben doch etwas Gutes gewesen war, begann von dem aufgeklärten Unglauben abgeworfen zu werden; man fühlte in dieser Scheu immer weniger die Gemeinschaft mit dem unbekannten Gott, sondern sah sich durch dieselbe in seinen Gelüsten behindert. Die Heiden, welche ohne das Gesetz Mosts gelebt hatten und doch im Gewiffensgesetz an Gott gebunden waren, begannen dasselbe ebenso zu verachten als Israel das Gesetz der Offenbarung.