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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 9-10 (1867) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
9-10 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Wir enthalten uns aller Bemerkungen über die Sage von „der Altmutter Serach;" möchten aber dagegen unseren heutigen Juden besonders noch die letzten Worte des sterbenden Joseph zu Gemüthe führen. Die Lehre des Judenthums hat es sehr viel mit menschlichem Verdienst aus den Werken zu thun, und es ist wohl in innigem und engem Zusammenhänge mit dieser Lehre, daß „der Israelit" in den besprochenen „Ueberlieferungen" von Joseph rühmt, er habe das geschriebene Wort Gottes gehalten, und darum habe es sich auch geziemt, daß die Lade mit seinen Gebeinen neben der Bundeslade hergegangen sei auf dem Zuge durch die Wüste. Es fällt uns natürlich keinen Augenblick ein, Josephs Gottesfurcht und Frömmigkeit bezweifeln oder verkleinern zu wollen, sie glänzt durch sein ganzes Leben hindurch, sie ziert ihn in seiner Knechtschaft im Hause Potiphars, in dem Gefängniß und in seiner fürstlichen Ehre und Herrlichkeit. Aber aus seinen letzten Worten auf seinem Sterbebette geht der Hauptzug seines Charakters hervor, den aber „der Israelit" nicht zu kennen scheint und der doch seiner ganzen Frömmigkeit zu Grunde liegt, wir meinen sein kindliches Gottvertrauen, seinen festen, unerschütterlichen Glauben. Dieser Glaube ist aber nicht jener kalte und todte Gedanke, jenes bloße Fürwahrhalten, daß es einen Gott giebt, von dem unsre heutigen Juden immer mit so großem Pathos reden. Joseph spricht auf seinem Sterbebette nicht den armseligen Gedanken aus: Es ist ein Gott; sondern er redet und zeuget von einer Heimsuchung Gottes, von einer Erlösung aus Egypten, die Gott der Herr seinem Volke bereiten werde. Sein Glaube bekennt also besondere Verheißungen seines GotteS; diese Verheißungen hält er im Glauben fest, an der dereinstigen Erfüllung derselben zweifelt er nicht im Geringsten, die Erfüllung ist ihm eine so felsenfeste, wichtige und große Sache, daß er sich auch seinen persönlichen Antheil an diesen Verheißungen sichert und zu dem Ende einen Eid von seinen Brüdern nimmt, daß sie in dieser Erlösung seine Gebeine von dannen führen. Von diesem Glauben Josephs erwähnen „die Ueberlieferungen" Nichts; aber das Neue Testament rühmt denselben, indem es.Ebr. 11, 22 heißt: „Durch den Glauben redete Joseph vom Auszuge der Kinder Israel, da er starb, und that Befehl von seinen Gebeinen." Wie Abraham groß ist

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