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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 9-10 (1867) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
9-10 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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149 schmack des Todes. Serach gehört unter die kleine Anzahl derer, von welchen erzählt wird, daß sie lebendig in das Paradies gekommen." — Dies ist also die „andere Ueberlieferung," die von der ersten wesentlich verschieden ist. Daß die Kinder Israels bei ihrem Auszuge aus Egypten die Gebeine Josephs Mitnahmen, ist eine unbestreitbare, in der Bibel klar und deutlich erzählte Thatsache; ob aber eine von den beiden Erzählungen, die „der Israelit" mittheilt, irgend welchen Anspruch auf Wahrheit machen kann, oder ob nach der Lehre des Talmuds in andern Dingen beide „Ueberlieferungen" wahr, sind, darüber hat „der Israelit" kein Urtheil abgegeben. — In der zweiten Legende werden die Wunder förmlich gehäuft, und Serach, die Tochter Ascher's, von der in der Bibel weiter Nichts erwähnt ist, als ihr Name 1 Mose 46, 17 muß eine große wundervolle Rolle spielen. Sie lebt nicht nur bis zum Auszuge aus Egypten, etwa 400 Jahr, sie lebt auch noch zur Zeit des Königs David, ja sogar nach David „noch lange in der Mitte Israels." Wie lange ist nicht gesagt, aber die Ueberlieferung schließt mit Erdichtung eines neuen Wunders also: „Serach gehört unter die kleine Zahl derer, von welchen erzählt wird, daß sie lebendig in das Paradies gekommen." — Während die Erzählung auf der einen Seite Moses in einem sehr zweideutigen Licht darstellt, indem sie ihn rathlos „drei Tage und drei Nächte umher irren" läßt, um „den Sarg" mit den „Gebeinen Josephs aufzusuchen," dichtet sie ihm andererseits die abentheuerlichsten Dinge an, um ihn groß und herrlich zu machen, indem sie behauptet, einmal, er habe mit dem sogenannten Sehern hamphoresch, da er nämlich „den heiligen Namen Gottes auf eine Scherbe schrieb" und diese in den Fluß warf, das große Wunder gethan, den Sarg aus der Tiefe des Nils heraufzubringen und dann diesen „fünfhundert Centner schweren metallnen Sarg ausgenommen und davon getragen." Was soll man von solchen „Weisen" sagen, die solche Mährchen erdichten, schreiben und glauben? Das Judenthum, das, wie wir schon sagten, durchsolcheErdichtungen verherrlicht werden soll, in der That aber zum Gegenstände des Spottes und der Verachtung herabgewürdigt wird, ist glücklicher Weise nicht das biblische Judenthum, denn die Bibel weiß Nichts von solchen Wundern; sondern es ist das rabbinische Judenthum. Je

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