Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 9-10 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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145 also Israel noch fern, von feinem Erbtheil, da auch der Beruf, welchen die neuere jüdische Mode dem Israel der Zerstreuung andichtet, nach allem Vorigen nur Phantasie ist? Israels Propheten haben ihm einst angekündigt, daß es seinen Hirten um 30 Silberlinge ablohnen und zerstechen werde. (Sacharja 11, 12; 13, 7; 12, IO). Ist das etwa die Schuld, welche auf Israel noch lastet und seine Verbannung fortdauernd erhält? Ist etwa das Kreuz Christi und die darnach folgende Verwerfung des gekreuzigten Messias, des zerstochenen Hirten der Grund, welcher die Hand Gottes noch zurückhält Israel in sein Land wiedereinzuseßen? Als ein Kern in der großen noch unbekehrten Menge Israels während der Jahre der babylonischen Gefangenschaft zu Gott sich wandte, da wurde wenigstens dieser zurückgeführt, dainit er von Neuem die Gottes- und Volksgemeinde bildete, und ihm wurde das Land Canaan gegeben. Selbst dieser Kern muß heute noch nicht vorhanden sein, ein hinreichendes Fundament für den Weiterbau in Israel noch nicht gefunden werden können — wenn gleich die Anfänge zu bilden sich beginnen — wäre es anders, Jemsalem und das heilige Land würden der Macht der Heiden entriffen worden sein. Wieweit man also auch die religiöse Lage der heutigen Juden betrachtet, wie weit man die ganze Zeit des israelitischen Volks seit der Zerstörung Jerusalems erforscht, man findet nur Anlaß zu tiefem Ernst und unverkennbare Zeichen der Gerichte Gottes. Damm wäre es gut, wenn jener Artikel der orthodoxen Zeitschrift eine andere Summe aus der Betrachtung der Geschichte Israels gezogen hätte, als diejenige ist, welche er uns vorführt. Es macht einen betrübenden Eindruck, wenn die Rede der Jahrhunderte nur eins in dem Herzen zurückgelassen hat, die ungebeugte Hoffahrt, welche von der Buße nichts wissen will, sondern fich an dem nichtigen Gedanken erwärmt, „daß Israel immer wieder wie der Phönix aus seiner Asche fich erholt und verjüngt, daß es Jahrhunderten und Jahrtausenden getrotzt habe." Das heißt dem Herrn verbieten mit seinem Gnadenrath, um deßwillen übrigens allein der heilige Zorn sich nicht aufmacht dies Volk zu verzehren, zu eilen. 10