Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 9-10 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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143 da es eben diese Aufgabe vernachlässigt, an der rechten Liebe gefehlt, seinem Beruf nachzukommen. Man wende nicht ein, daß die Völker es Israel unmöglich gemacht hätten, die Wahrheit auszubreiten, man schütze nicht die Verfolgungen und Bedrückungen vor, welche die Juden erfahren mußten. Die Verbreiter des Christenglaubens haben dieselben rauhen blutigen Wege wandern müssen. Jene zwölf Juden, welche zuerst Jesum predigten sind allzumal mit Ausnahme des einzigen Johannes in der Liebesarbeit der Verbreitung des Evangeliums als Märtyrer gestorben, und die 3 ersten Jahrhunderte der christlichen Zeitrechnung sagen es deutlich genug, daß der Baum des Christenthums nur dadurch in die Völker eingepflanzt werden konnte, daß er mit dem Blut seiner Gärtner gedüngt ward. Haben also nicht jene jüdischen Christen und darnach weiter Tausende aus allen Völkern bis in die neueste Zeit, ungeachtet aller persönlichen Gefahren, denen sie auch in Schaaren erlegen sind, von der Kraft der Liebe sich treiben lassen? haben sie darin nicht die Juden beschämt, denen nach der Meinung der orthoxen Zeitschrift die Aufgabe zugefallen ist, die rechte Gotteserkenntniß zu verbreiten? Und, eine Frage an das Gewissen, hat nicht gerade gegenüber dem Judenthum, welches über seinen Mangel an Liebe 1800 Jahre verklagen, das Christenthum in demBesitz einerLiebe sich bewiesen, welche Anderer Heil, Anderer ewiges Heil unter Drangabe des eigenen Lebens zu suchen im Stande ist? Nur sterben können für seinen Glauben braucht noch keine echt sittliche That zu sein, wenigstens wenn das Alte Testament Recht hat, das alle Gebote in das der Liebe zusammenfaßt, aber zu sterben, wie Jesus Christus starb, und in seiner Kraft viele, viele seiner Jünger, für diejenigen und in der Liebe zu denen, welche man auf Wegen sieht, die nicht zum ewigen Leben gelangen lassen, das gibt dem Glauben, welcher die Mutter einer solchen Liebe ist, den Beweis wahrhaften Werthes. Ich habe einst mit einer jüdischen Dame gesprochen, welche von der Mission unter Israel nichts wissen wollte, und nach der unter den Juden gewöhnlichen Art behauptete, daß alle Proselyten nur um äußerer Vortheile willen Christen würden. Derselben nannte ich, um sie eines Besseren zu belehren, mehrere Personen aus ihrer Bekannt-