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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 9-10 (1867) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
9-10 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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142 Doch gesetzt, es wäre wirklich diesem Israel, welches Jesum als den Messias verwirft, die Aufgabe der Verbreitung seines eigenen Glaubens zugefallen, dann fragen wir, warum haben denn die Juden nicht denselben sich zu verbreiten bemüht? Sie sollten ja nach der Meinung der orthodoxen Zeitschrift seit der Zerstörung Jerusalems nicht mehr auf sich selbst beschränkt und nur im engeren Kreise ihrer Gotteserkenntniß leben! Eine Pflicht wird ihnen also zugemuthet, der gegenüber nach dem Ausweis der Geschichte wiederum die Leistungen im bedenklichsten Rückstände verbleiben. Der Verfasser jenes Artikels führt eins an, wodurch die Juden die anderen Nationen auf den Werth ihres Glaubens aufmerksam gemacht hätten, nämlich ihren Märtyrermuth im Leiden. Wir bestreiten es nun auch Israel keineswegs, daß seine Religion ihm über Alles theuer geblieben und daß es für dieselbe sogar in den Tod gegangen ist, aber ob es damit schon auf den objektiven Werth seines Glaubens hinzuweisen im Stande war, erscheint uns doch sehr fraglich. Den Muhamedanern, welche aus religiösem Fanatismus ihr Leben gern in die Schanze schlagen, und den indischen Büßern, welche ein förmlich raffinirtes Martyrium nach den Bestimmungen ihres Religionssystems sich auferlegen, würde die orthodoxe Zeitschrift ganz mit Recht es versagen aus ihrem falschen Eifer einen wirklich gültigen Schluß auf den Werth ihres Glaubens zu ziehn. Wer weiß, ob sie nicht auch die christlichen Märtyrer für verblendete Thoren hält? und doch sind Ströme Bluts für den Glauben an den Gekreuzigten unter allen Nationen geflossen. Es muß also noch etwas Anderes sein, was auch den Leiden für die Religion erst ihre rechte Weihe gibt, und über dieses Andere gestatte uns die orthodoxe Zeitschrift ein Wort des Apostel Paulus, welcher ja auch einmal ein Eiferer für das jüdische Gesetz gewesen ist anzuführen: „und wenn ich allen Glauben hätte, und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen und hätte der Liebe nicht, so wäre es mir nichts nütze." Hätte also Israel wirklich in der Zerstreuung die Aufgabe gehabt, die wahre Gotteserkenntniß zu verbreiten, nun so hätte es ihm doch,

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