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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 9-10 (1867) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
9-10 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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würde. „Dahin ist aller Glanz und alle Macht des Volks, aber Israel ist noch da," lesen wir, „und sein Gott bestimmt den Cyrus, Israel wieder das alte Vaterland einzuräumen." Ja allerdings, Israel ist noch da, weil Gottes Barmherzigkeit es nicht gar aus mit demselben gemacht hat, und weil er unter aller Sünde der Menschen dennoch seinen heiligen Rath sich nicht gereuen läßt, sondern ihn zum siegreichen Ende führen will. Das ist der Triumph, welcher an dieser Stelle verkündigt werden mag, ein Triumph der Gnade, und nicht ein Triumph des menschlichen Trotzes, welcher hoffährtig bleibt, weil die starke Hand Gottes nicht sogleich Alles zerschlägt. Gott läßt das gefangene Volk zurückkehren, ob er ihm wohl durch den Propheten Jesaiah in den Capiteln, die ganz und gar an das Israel des Erils gerichtet sind, bezeugt: „nicht daß du mich hättest gerufen, Jacob, oder daß du um mich gearbeitet hättest, Israel. Mir hast du Arbeit gemacht in deinen Sünden, und hast mir Mühe gemacht in deiner Miffethat. Ich, ich tilge deine Uebertretung um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht. Erinnere mich, laß uns miteinander rechten; sage an, wie du gerecht sein willst. Deine Voreltern haben gesündigt, und deine Lehrer haben wider mich mißhandelt, darum habe ich die Fürsten des Heiligthums entheiligt, und habe Jacob zum Bann gemacht, und Israel zum Hohn." Also nur die unermeßliche Liebe Gottes findet noch einen Ausweg; im Widerspruch zu dem natürlich Erwarteten geht sie den Weg der Wunder, um gegenüber einem Volk, jvas solch ein Zeugniß über sich hören muß, ihre Größe und Tiefe zu verherrlichen und dadurch die Menschenherzen sich zuzuwenden. Aber derselbe Schade der Selbstgefälligkeit und Selbstgerechtigkeit bei der offenbarsten Verschuldung tritt fast noch greller in der Behandlung der nacherilischen Geschichte Israels, wie sie in jenem Artikel sich darstellt, hervor. Zwar darin hat der Verfasser Recht, daß er die erste Zeit nach der Rückkehr aus Babylon als eine Zeit neuen Lebens schildert, denn in der That ging ein Geist heiligen Ernstes durch die von Esra und Nehemia gesammelte Gemeinde Israels. Allerdings war nur der kleinste Theil des jüdischen Volks in das Land seiner Väter zurückgekehrt, denn die große Mehrzahl hatte in der Fremde auch den Beruf der aus-

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