Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 9-10 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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133 seine Religion ist die Anbetung eines goldenen Kalbes geworden — und das sollte nicht ein Gesammtabfall genannt werden dürfen? Das Urtheil Mosis und vor Allem das Urtheil Gottes lautet gar anders als das der orthodoxen Zeitschrift. Jehova spricht also zu Mose: „Ich sehe, daß es ein halsstarrig Volk ist. Und nun laß mich, daß mein Zorn über sie ergrimme, und sie auffresse; so will ich dich zum großen Volk machen." Mosis Flehen allein errettet da Gesammtisrael vor der augenblicklichen Vernichtung, und dennoch tritt so wenig anhaltende Buße bei dem Volke ein, und dennoch reizt es so oft noch seinen Gott durch erneuten Abfall, daß über das ganze Geschlecht das Gericht verhängt wird in der Wüste sterben zu müssen und nicht hinein kommen zu dürfen in das Land der Verheißung, mit Ausnahme der einigen Josua und Chaleb. So ist das Bild, welches jener Artikel von dem Israel am Sinai entwirft, ein ganz anderes als dasjenige, welches uns die heilige Geschichte zeigt. Und wir wissen demnach, was wir davon zu halten haben, wenn von dem jüdischen Volk in jenen Tagen gesagt wird: „Esau und Jsmael — die, unseres Wissens, niemals von Gott berufen sind sein Volk zu werden, so daß sie nicht in die Lage kommen konnten mit Ja oder Nein auf die göttliche Berufung zu antworten — hatten Allerlei an den göttlichen Geboten auszusetzen; Israel allein setzt nichts aus, es fügt sich in den göttlichen Willen, denn es sieht sich dadurch auf die Bahn der Vervollkommnung gebracht," „dem festen Willen ein Volk Gottes zu werden ebneten sich die Wege. Mit dieser Gotteserkenntniß durchzog es die Wüste, überwand es alle Schwierigkeiten, die sich ihm in den Weg stellten, für dasselbe eroberte es mit dem Schwerte das gelobte Land." Die wirkliche Geschichte haben wir diesen Worten vorausgesandt; wer erkennt dieselbe in solchen Behauptungen wieder? Nach dem Alten Testament ist es allein die unendliche Barmherzigkeit Gottes, welche trotz eines verworfenen Geschlechts doch an dem Rath ihrer Erwählung festhält — und hier ebnen sich alle Wege der Treue Israels. Wie aber so der Anfang der Geschichte Israels nach den Auslassungen der orthodoxen Zeitschrift die Ehre auf Israel überträgt, welche Gott allein gebührt; wie der köstlichste Schmuck der Ehre Gottes, seine Gnade,