Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 9-10 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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131 geschichtlich genau als Wendepunkt, welcher für die Geschicke Israels eintrat, die Zeit um die Gesetzgebung am Sinai auf. Von dieser Gesetzgebung her sieht er mit allem Fug ein neues Licht in Israels Volksleben hineinscheinen, daß es fortan in den Stand gesetzt ist die Wahrheit zu erkennen, während keine Philosophie oder Gelehrsamkeit die intelligentesten der gleichzeitig lebenden Menschen oder Völker des Alterthums vor götzendienerischem Jrrthum bewahrt hat. Denn alle sind „in demselben Grundfehler stecken geblieben, daß sie niemals die letzte Ursache fanden," so daß jede Folgezeit mit ihrer Weisheit nur immer die Fehler der Vorgängerin an den Pranger stellte, ohne doch selbst einen besseren Aufschluß für die Erkenntniß zu bringen. Man sollte meinen die orthodore Zeitschrift werde bei solcher Sachlage, welche die in Israel eingetretene Veränderung doch offenbar nicht aus dem eigenen Volksleben desselben erklärt, nunmehr in ein Lob der Offenbarung ausbrechen und den Gott preisen, welcher unter einem götzendienerischen Volke mit dem Tage vom Sinai sein Wort als die in allen Zeiten gleiche Wahrheit niederlegt, so daß eine Stätte der rechten Gotteserkenntniß für die ganze Welt bereitet ist. Aber statt Gott die Ehre zu geben, beginnt vielmehr jener Artikel völlig ungeschichtlich ein Ruhmeslied über Israel anzustimmen. Die orthodore Zeitschrift versteht es nicht das Gut der Offenbarung, welches aus Gnaden dem an sich selbst unwürdigen Volk gegeben ward, und die Art und Weise, wie Israel dieses Gut bewahrt und verwerthet hat, zu unterscheiden. Daß Israel im Besitz der ihm geschenkten Offenbarung steht, ist jenem Artikel Grund genug dem Volke selbst eine sittliche Bewunderung zu widmen, seinen Reichthum ihm als Gerechtigkeit anzurechnen. Herrn Grünebaum, dem Verfasser des Artikels „bleibt Israel nunmehr, wie es als Ganzes sich darstellt, ein treues Volk der Offenbarung," und darin, daß es noch existirt, findet er sogleich den Beweis, daß es auch in rechter Weise seinen Beruf ausgeübt habe. Die Geschichte des alten Testamentes sollte ihn ein Anderes gelehrt haben; er lese nur die Zeugnisse desselben von den Büchern MosiS bis zu den letzten Propheten, und frage sich dann noch einmal, ob er vorsichtig gesprochen, wenn er Israel mit den götzendienerischen Nationen 9*