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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 9-10 (1867) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
9-10 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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130 bestimmende Macht des EinzellebenS und des Lebens der Nationen in allen seinen manigfaltigen Aeußerungen ist. Und auch ein Anderes ist in eines Christen Auge ebenso wichtig wie in den Augen des Israeliten, nämlich die auffällige Thatsache, daß gegenüber dem Wechsel und Wandel auf dem Völkergebiet, welcher das Oberste zu unterst gekehrt hat, ein Volk uns begegnet-, das sich zwar nicht an Zahl und Macht mit jenen großen weltgebietenden Nationen messen kann, aber eine Lebensdauer unter furchtbaren Schicksalen bewiesen hat, die wohl alle anderen Nationen veranlassen könnte darüber nachzudenken, welche Bewandtniß es um dieses Völklein, umJsrael habe. Der Verfasser jenes Artikels hält die Juden für das Volk des ewigen Gottes und hält sie noch heute dafür, er hat Recht; wir Christen wollen ihm das nicht abstreiten, denn, wie unser Apostel spricht, wir können nichts wider die Wahrheit, sondern Alles nur für dieselbe. Israels Fortbestehn sehn auch wir daraus entspringen, daß der Herr, welcher nicht ein Gott der Todten ist, sondern welcher, um ein Wort unseres Heilandes zu gebrauchen, darin als der Gott des Lebens erkannt sein will, daß er fort und fort sich den Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs nennt, die Juden zu dem Volk erkoren hat, welchem ein besonderer Beruf unter den übrigen Nationen anvertraut sein soll. „Israel soll die Erde mit der Erkenntniß des wahrhaftigen Gottes erfüllen," sagt der Verfasser des von uns angezogenen Artikels und spricht die Erfüllung dieser Hoffnung als eine für die Zukunft gewisse aus — wir aber reichen ihm aus herzlicher Uebereinstimmung die Hand, denn unser Neues Testament lehrt uns zu solchem Glauben das Amen sagen. Dagegen ist der Weg, auf welchem Gottes Volk zur Erfüllung seiner Aufgabe kommt, nach unserer Schrifterkenntniß nicht der, welchen die orthodoxe Zeitschrift des Judenthums nennt. Wir bitten darüber unsere Brüder aus Israel, mit denen wir gemeinsam das Alte Testament als untrügliche Quelle und Norm der Wahrheit anerkennen, auf einige Augenblicke uns anzuhören. Der Verfasser jenes Artikels beschreibt uns Israel in Aegypten, und zeigt ganz richtig, daß es damals mit dem Volk des fremden Landes in gleichen Götzendienst versunken gewesen sei. Er weist dann

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