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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 7-8 (1867) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
7-8 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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118 Da ich mich umsah, erblickte ich eine Art Oeffnung zwischen zwei Pfeilern, welche sehr eng an einander standen, und sah, wie einer aus unserer Gesellschaft bei den Schultern genommen und durch die Oeffnung hindurchgedrängt wurde. Der Scherz war eben der ihn hindurch zu zwängen. Der Scheck redete denselben an: „Sie sind durch die enge Gasse gegangen, Sie sind sicher in den Himmel zu kommen, aber mich soll keine Macht jemals da hindurchbringen. Und dann, indem er mit seinem Finger auf seine gewaltige Gestalt wies, rief er unter neuem schallenden Lachen: „Was mich betrifft, ich habe keine Aussicht für den Himmel." Seitdem habe ich nicht mehr so hohen Werth auf die Schwierigkeit muhamedanischen Fanatismus zu überwinden gelegt. Ein anderes Zeugniß der nämlichen Art mag in dem Einfluß gefunden werden, welchen Dr. Chaplin gewonnen hat. Ich sah nie Jemand einem Anderen mehr Achtung erweisen, als es von Seiten jenes Scheck gegen Or. Chaplin geschah. In dem Augenblick, da er aus seinem Gesicht entschwand, rief der Scheik hinter ihm her: „Hakeem, Hakeem! “ als wenn er ihn immer im Gesicht behalten wollte. In der Omars-Moschee gibt es eine merkwürdige Höhle. Während wir im heiligsten Theil derselben waren — so voll des tiefsten Interesses für den Christen — zog der Scheck seinen Aermel in die Höhe und rief aus: „Fühlen Sie meinen Puls, fühlen Sie meinen Puls." Alles dies will den großen Einfluß, den Or. Chaplin unter der muhamedanischen und jüdischen Bevölkerung gewonnen hat, zeigen. Wir sind vorhin gebeten worden für die Bekehrten zu beten, nämlich für diejenigen, welche zu einer seligmachenden Erkenntniß der Wahrheit gebracht worden sind. Ich bin nicht sicher, daß wir immer die Gefühle der Leute, mit welchen wir zu thun haben, richtig verstehn. Manche sehn auf die Juden als auf einen Haufen alterthümlich gekleideter Menschen und als auf eine Schmach der Erde. Die Wahrheit ist, daß es unter allen Nationen der Erde keine gibt, welche nach Tiefe und Stärke des Gefühls mit dem jüdischen Volk verglichen werden kann. Einen Beweis dafür erhielt ich in Jerusalem. Wir gingen am Sonnabend Morgen zur Klagemauer. Wir standen in dem offenen Hofe, so fern wir konnten von dem engen Eingänge zu dem Platze, und während wir auf die ungeheuren Steine in der Mauer

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