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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 7-8 (1867) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
7-8 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Gastlichen Verhältnissen zu zeigen, während sein zweites Wunder die Heilung des Sohnes des Königischen von seinem entsetzlichen Aussatz war. Mit voller Wahrheit sagte er zuletzt zu der Menge, die um ihn stand, daß sie zu ihm nicht um des Brotes des Lebens willen käme, sondern um des Brotes willen, welches vergeht. Aber war er darüber entmuthigt? Nein, wenn auch nur eine Seele dadurch zur Erkenntniß seiner Wahrheit gebracht werden konnte, schonte er keine Mühe, sondern war bereit eine mühsame und beschwerliche Tagereise zu wandern von Jerusalem bis Sychar, um eben eine Seele zu retten. So hat diese Gesellschaft die Ehre der Kirche diesen vergessenen Brauch wieder hergestelltzu haben. Ich will nicht bei dem Namen des Dr. Macgowan verbleiben, welcher die medicinische Mission in Jerusalem gründete und ihr erster Vorsteher war. Sein Name ist in der That ein ehrenwerther Name. Er opferte 18 Jahre selbstverleugnender Arbeit dem Besten der Juden zu Jerusalem, und als ich dort sein Grabmal aus dem englischen Kirchhof besuchte, stand ich an demselben mit Gedanken der Freude erfüllt, daß solch eine mühevolle Arbeit geschehen war. Trotz all der Schmähungen und Verlästerungen, welche auf seinen Namen geworfen sind, war er das Mittel den Weg für die Erfolge der medicinischen Mission zu bereiten, und ich glaube, wir werden darnach das Glück haben, ihn vor dem Throne Gottes zu treffen. Sobald ich in Jerusalem ankam, machte ich die Bekanntschaft des vr. Chaplin, des gegenwärtigen Missionsvorstehers. Und da das Laubhüttenfest gerade gehalten wurde, schlug er vor, daß wir am folgenden Montag die Synagoge besuchen sollten, weil dieser Tag der letzte des Festes war. Der Gottesdienst begann um 6 Uhr des Morgens. Es war nöthig, daß wir früh gingen; der Gottesdienst hatte schon begonnen, als wir eintraten, aber in dem Augenblick, als man sah, daß vr. Chaplin die Thürschwelle des dichtgedrängten Hauses überschritt, erhob sich, obwohl es mit Männern und Kindern ganz erfüllt war, die große Mehrzahl derselben, um uns zu empfangen. Selbst der Vorbeter, welcher den Gottesdienst angefangen hatte, unterbrach sein Amt auf einen Augenblick und lud uns ein in die Mitte der Synagoge zu kommen. So freundlich warder Vorbeter, daß er seine Hand auf mich in der vertraulichsten Weise legte, und als er seine Vorlesung

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