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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 7-8 (1867) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
7-8 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Lassen Sie mich dabei von einem Ereigniß erzählen, das gerade vor meinem Besuch sich zutrug, und von dem ich durch den Geistlichen, welcher der Mission zu Jerusalem vorsteht, in Kenntniß gesetzt wurde. Ein junger Mann war zu der Erkenntniß Christi bekehrt worden, und da er voll Eifers war, ohne jedoch ein entsprechendes Maß von Kenntnissen zu besitzen, beschloß er in das Judenviertel zu gehn und den Juden zu predigen/ Er begann ganz weise ihre alte heilige Schrift ihnen zu erklären, aber bald fingen Einige an ihn zu höhnen, wahrscheinlich wegen seiner jugendlichen Erscheinung. Zuletzt war er so unklug zu ihnen von ihren Vorurtheilen zu sprechen und ihre Herzenshärtigkeit ihnen vorzuwerfen, und darauf hoben sie, nach ihrer alten Gewohnheit, denn alle Gewohnheiten im Morgenland sind stereotype, Steine aus, um ihn zu steinigen. In dem Tumult und Wirrwarr, welcher nun erfolgte, stieß er einen seiner Gegner und verursachte ihm eine tüchtige Beule. Die Juden ergriffen ihn sofort, aber anstatt ihn vor die türkische Obrigkeit zu bringen, führten sie ihn geradeswegs zu dem Hause des Misstonsvorstehers Mr. Barclay. Da Mr. Barclay eine große Versammlung vorn vor seinem Hause versammelt sah, trat er heraus, und frug was sich ereignet habe. Als sie es ihm erzählten frug Nr. Barclay, warum bringt Ihr ihn zu mir? ich bin nicht Obrigkeit; es ist unnütz ihn zu mir zu bringen. „Oh/'war die Antwort, „er hat euer Gesetz gebrochen." „Welches Gesetz?" sagte Nr. Barclay: „Nun, Sie lehren uns, daß es gewisse Vorschriften im Neuen Testament giebt, welche denen, die an dieses Buch glauben, gebieten, „wenn dein Feind dich auf die rechte Backe schlägt, so halte ihm auch die andere dar." Wir glauben daran nicht, wir glauben an dies „Auge um Auge, Zahn um Zahn," aber Sie glauben, daß Sie nicht Beleidigung mit Beleidigung erwidern dürfen. Nr. Barclay sagte: „So glauben wir." „Dann hat er euer Gesetz nicht gehalten," war die Antwort. Daraus sagte Nr. Barclay: „Ihr thätet bester mir den Beleidiger zu überlassen." Und so groß war ihr Vertrauen zu Nr. Barclay daß sie ihm denselben überließen. Alles natürlich, was Nr. Barclay thun konnte, war, dem jungen Mann einen Verweis zu geben und ihm zu verbieten, in das jüdische Viertel zu gehen, bis er mehr von der Art und Weise gelernt hätte, wie man den Juden das

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