Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 5-6 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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SS „konfessionell" führen. Wenn nun der jüdische Lehrer „selbst die profanen Disciplinen in jüdischem Geiste vorträgt," mit seinem jüdischen Geiste durchdringt, und „alle Disciplinen" auf die jüdische „Anschauung zurückbezieht," entsteht da nicht für unsere christlichen Kinder und Schüler dieselbe traurige Lage und Stellung, über welche die Judenzeitung in Bezug auf die jüdischen Kinder klagt? Oder läßt sich etwa der jüdische Geist wie ein Ueberzieher im Vorzimmer an- und ablegen, aus- und anziehen, je nachdem der jüdische Lehrer in eine jüdische oder christliche Schule geht? Und ist nicht die Sachlage eine ganz andere, wenn jüdische Lehrer mit jüdischem Geiste an christlichen Schulen angestellt werden, als wenn einige jüdische Kinder christliche Schulen besuchen und dem Unterrichte beiwohnen, den christliche Lehrer ertheilen? Im letzteren Falle kann doch von keiner Ungerechtigkeit gegen die Juden und ihre Kinder die Rede sein; denn es ist ja vielmehr eine Vergünstigung, eine Wohlthat, daß sie unsere Schulen mitbenutzen können; während im ersten Falle die schreiende Ungerechtigkeit offenbar ist, wenn unsere christlichen Schulen und unseren christlichen Kindern jüdische Lehrer mit jüdischem Geiste aufgedrängt und aufgezwungen werden sollen. Es ist nicht nöthig, auf diesen „jüdischen Geist" weiter einzugehen und ihn zu charakterisiren, weder was den der Reform noch den der Orthodoxie betrifft! Die Judenzeitung selbst macht einen offenbaren Gegensatz zwischen „der christlichen Anschauung" und „dem jüdischen Geist," wohlgemerkt, selbst in Absicht auf „die profanen" Gegenstände; sie warnt ihre Religionsgenossen vor dem Einflüsse der christlichen Anschauung, findet es aber ganz in der Ordnung, und sieht nur einen Act der Gerechtigkeit, Billigkeit und Toleranz darin, daß ihr jüdischer Geist uns mitgetheilt werde. Was soll man zu solchen Forderungen sagen? Oder hofft man jüdischerseits auf diese Weise endlich an die Ausrichtung der Mission zu gelangen, die Israel an die Völker vorgeblich obliegt? Die Schulen wären den jüdischen „für ihre Religion begeisterten" Lehrern zu diesem Zweck gewiß ein sehr erwünschtes Arbeitsfeld, da würde das Heranwachsende Geschlecht in allen Disciplinen auf die leichteste Weise zu der jüdischen Lehre und Anschauung gebracht und das „neue, geklärte" Judenthum mit dem echten jüdischen Geiste