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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 5-6 (1867) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
5-6 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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91 operativ» ist für das jugendliche Gemüth Höchst nachtheilig. Hierzu kommt die unangenehme Stellung, die sie von vornherein den Lehrern und Mitsetninaristen gegenüber einnehmen. Ein jüdisches Seminar, wenn es angemessen und würdig ist, beseitigt alle diese Unzukömmlichkeiten. Es trägt selbst die profanen Disciplinen in jüdischem Geiste vor, und dies ist unstreitig der humanere, allgemeinere Geist, weil er von speciellen Gesichtspunkten frei ist. Es giebt dem Zögling ein bedeutendes jüdisches Wissen. Es zeigt ihm, und dies ist von großem Gewichte, wie er die profanen Disciplinen mit den jüdischen Religionsfächern in der Schule organisch zu vollenden habe, wie er auf beide Zweige dieselbe Methodik anzuwenden habe. Es durchdringt ihn mit dem Geiste, der für seinen Beruf nothwendig ist, um ihn mitten in der Strömung des allgemeinen Lebens auf seinem specifischen Standpunkte ohne Einseitigkeit und ohne Kampf und Schwenkung festzuhalten. Cs begeistert ihn für seine Religion, für seinen Lebenszweck innerhalb derselben. Wir glauben, daß dies Alles so einsichtlich ist, daß die Nothwendigkeit jüdischer Seminare gar nicht in Zweifel gezogen werden kann. Gegner können nur diejenigen sein, welche das Judenthum geradezu in ein paar Allgemeinsätze verflüchtigen, ihm alle concrete Gestaltung nehmen, also es auflösen wollen". Eine Privatmittheilung aus Baiern in derselben Nummer der Allg. Zeitung des Judenth., die von der Nothwendigkeit der „Gründung eigener israelitischer Volksschulen" handelt, sagt: „Zu einer jüdischen Schule gehören nicht blos jüdische Kinder und jüdisches Geld, sondern auch jüdische Lehre und jüdischer Geist." Ich denke, es dürfte wohl Niemand etwas Unbilliges in diesen Wünschen finden; es ist vielmehr ganz natürlich und in der Ordnung, wenn Juden ihre Schulen und Seminare und für dieselben jüdische Lehrer mit „jüdischer Lehre und jüdischem Geiste" zu haben wünschen. Aber um so unbilliger und ungerechter ist es doch zweifelsohne, wenn nun gerade dieselbe Judenzeitung mit aller Macht darauf hinarbeitet und es als ein Recht erkämpfen und ertrotzen will, daß jüdische Lehrer in unseren christlichen Schulen angestellt werden. Christliche Schulen sind doch nicht nur unsere Volksschulen, sondern auch die Realschulen und die Gymnasien, wenn sie auch nicht gerade immer den Namen

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