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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 5-6 (1867) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
5-6 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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90 Judenthums seit Beendigung des Krieges daran arbeitet, daß nun den Juden vollkommene Emancipation gewährt werde, damit sie auch freien Zutritt zu allen Aemtern haben und namentlich ohne alle Hindernisse als Richter und Lehrer überall zugelassen und angestellt werden können. Ich will hier nur den einen Punkt berühren, nämlich das vermeintlich gerechte Begehren der Juden als Lehrer an christlichen Schulen angestellt zu werden. Was müssen diese Herren bei einem solchen Verlangen für einen Begriff von Recht und Gerechtigkeit haben? Nach vielen Artikeln der Allgem. Zeitung d. I., liegt das Schulwesen der Juden noch sehr im Argen. Sie arbeiten daran, ihre eigenen Seminare in's Leben zu rufen, auf denen ihre Lehrer herangebildet werden sollen. Das wird ihnen gewiß Niemand verargen noch wehren; es wird wohl kaum einem christlichen Lehrer einfallen, sich in diese Anstalten eindrängen zu wollen. Gesetzt aber, es würde wirklich ein christlicher Lehrer eine solche Anstellung wünschen, was würden unsere toleranten Juden in solchem Falle wohl thun und sagen? Ich will diese Frage mit Anführung einiger Worte aus der Judz. beantworten, und werde da die Beschuldigung nicht fürchten dürfen den Juden irgend etwas Unbilliges und Ungerechtes anzudichten, während man zugleich deutlich ersehen wird, ob die Forderung der Juden, an den christlichen Schulen Lehrerstellen zu bekleiden, gerecht oder ungerecht ist. In Nr. 37 der Allg. Z. d. I., von 1866 findet sich ein Artikel überschrieben: „Die Seminarfrage." Der Vers, berührt unter Anderem auch den Uebelstand, der für die zu bildenden jüdischen Lehrer obwaltet, daß sie, in Ermangelung jüdischer Seminare, christliche Seminare besuchen müssen, um „sich daselbst die methodologische Bildung anzueignen." Da lesen wir dann Folgendes: „Es ist eine sehr unangenehme Seite für die Hospitanten christlicher Seminarien, daß sie sich zu dem Meisten, was in den Seminarien gelehrt wird, negirend verhalten müssen. In diesen Seminarien werden nicht blos die christlichen Dogmen specifisch behandelt, sondern auch, so weit dies angeht, alle Disciplinen aus die christliche, ja konfessionelle Anschauung zurückbezogen, z. B. Geschichte, Geographie, Literatur. Da sollen nun die jüdischen Seminaristen davon abstrahiren; vermögen sie dies selbst, so erhalten sie doch nichts Positives und die hierzu erforderliche Seelen-

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