Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 5-6 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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feit, ihrer Weisheit; sie erschöpft alle Tiefen Gottes, und ergießt sich dann wie ein Strom auf das Menschengeschlecht. Diese Liebe hat Abrahams Samen zuerst das Heil verheißen, und da nun in dem Abrahamssamen Jesus Christus die völlige Vereinigung des Menschen mit Gott vollbracht ist, bietet sie auch den Uebrigen desselben Volkes vor allen Anderen Jesum Christum als Gabe an. Jesus Christus ist in der Niedrigkeit unter Israel, nicht unter den Heiden erschienen, aber auch in seiner Herrlichkeit ist er Israel zuerst geoffenbart. Seine Jünger, Gl der des jüdischen Volkes, haben ihn nach der Auferstehung, und ha^en seine Himmelfahrt gesehen, aber auch das ganze Israel, welches an der Niedrigkeit Jesu sich geärgert, ließ die unermüdlich werbende Liebe Gottes einen augenfälligen Eindruck der Erhöhung eben dieses Heilandes, seines Sohnes empfangen. Der heilige Geist dieses Jesu mußte mit Flammenzungen auf seine Bekenner am Pstngsttage herabkommen und die vor dem Volk für nichts geachteten Galiläer mit der Kraft in allen Sprachen der zahlreich versammelten Nationen zu reden erfüllen, daß die Juden durch solche sinnliche Wahrnehmung wohl sich hätten überwinden lassen sollen, der Glaubenspredigt von dem zur Rechten Gotteö erhöhten und mit dem Königthum Himmels und der Erde begabten Jesus von Nazareth Gehör zu schenken. Israel sollte nun wieder das Grundvolk in dem Reiche dieses Christus werden, das obwohl ein Reich des Glaubens, doch so weit über das frühere Reich Israels hinausragte, als jedes Leben, daö in den heiligen ewigen Geist versetzt wird, über dieses natürliche, der Vergänglichkeit unterworfene Leben. Noch einmal rief die beständig treue Liebe Gottes Israel, der Anfang einer Menschheit Gottes in der Völkerwelt zu werden, aber freilich, damit von ihm auö und durch seinen Dienst alle Welt nunmehr in das Vollendungsleben Jesu Christi eingeführt werde; denn „gehet hin in alle Welt und taufet alle Völker im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes", gebot Jesus seinen Jüngern, da er zum letzten Male vor ihnen sich sehen ließ. Die Liebe des dreieinigen Gottes sollte nun durch sie wirksam werden und sollte nicht ruhen, bis der ganze Kreis der Völker durch ihre Botschaft in das Lebensreich, das Jesus erworben, eingebracht wäre.