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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 5-6 (1867) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
5-6 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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80 der Dinge zu einem Endergebniß gekommen war, sollte und konnte eine Predigt der Buße und des Glaubens zum Herzen des Volkes Jehovahs sein, damit es bereit wäre den Messias Gottes zu empfangen, welcher bei der offenkundigen Ohnmacht Israels selbst das Ziel herbeizubringen, das es durch alle seine Entwickelungen nicht erreicht hatte, wieder nur auf dem Wunderwege, rein durch Veranstaltung Gottes, den ewigen Heilsrathschluß ausführen konnte. Und ebenso war nun auch derZeitpunkt, da wirklich der Vollbringer des göttlichen Willens eintrat, allein von der heiligen Liebe bestimmt. Die Juden, das göttliche Reichsvolk, hatten das Gesetz am Sinai erhalten, welches zu ihnen sprach: „Willst du zum Leben eingehen, so halte die Gebote," aber gerade zu jener Zeit erscheinen sie in einem Zustande, der wenige Jahrzehnte darauf ein Gericht zur Folge hatte, wie kein ähnliches ihre Geschichte aufzuweisen vermag, ein Gericht, welches sie nun schon 1800 Jahre von ihrem Boden fern hält. Die anderen gleichzeitigen Völker bieten aber auch keinen tröstlicheren Anblick. Die Griechen, die eigentliche Blüthe der völkerweise lebenden Menschheit in der alten Welt, haben es mit der Weisheit versucht; die Römer mit der Macht, welche die Kraft aller Völker in ihrem Reich zusammenfaßte, um durch solche Vereinigung die menschliche Stärke in sich selbst zu gründen. Aber gerade ihre Weisheit und ihre Macht waren ihnen zum Fallstrick geworden, und hatten die geheimen Fäden, durch welche auch das heidnische Herz noch mit dem unbekannten wahrhaftigen Gott verbunden ist, je mehr und mehr zerschnitten. Griechen und Römer, die Repräsentanten des Alterthums, waren zu jener Zeit in einem Zustande der Fäulniß, der sie selbst in Schrecken setzte und ihnen das Geständniß abnöthigte, daß eine Hilfe außer ihrer Macht liege. Nichts also auf Erden, kein Ruhm vor Gott, kein Ruhm vor den Menschen, keine Kraft des Verstandes oder was sonst erdacht werden mag, war im Stande den Herzen gewissen, gegründeten Trost zu geben — nur die Macht der Liebe Gottes konnte die versinkende Welt noch retten. Aber eben da riß Gott den Sohn vom Herzen sich los, da ließ er im Hause Davids von der Jungfrau Maria durch den heiligen Geist seinen Sohn Mensch geboren werden, da gab er der Welt ihren Retter. Und Gott Vater verklärte sich selbst in dem Sohne, daß wer ihn sah,

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