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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 5-6 (1867) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
5-6 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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79 Israels, so lange derselbe den Glauben und Gehorsam der Väter nicht verließ oder sich doch zur Buße wandte auf die Predigt der göttlichen Boten. Aber Juda trat immer völliger in Israels Fußtapfen. Da ward sein Tempel zerstört, welcher ihm nicht mehr das Wahrzeichen der freien, zur Buße rufenden Gnade Jehovahs, sondern der Halt für seinen hoffährtigen Trotz war, und das gleiche Gericht der Gefangenschaft mit Israel an dem nämlichen Orte bezeugte ihm, daß eine Sünde das ganze Geschlecht Abrahams von dem Angesicht Jehovahs vertrieb. Ganz Israel hatte nicht minder als die Ureinwohnerschaft Canaans seine Volksexistenz verwirkt; es ward auch aus seinem Lande hinweggeführt und ward ein Knecht wie im Anfang seiner Geschichte, diesmal aber zur Strafe seiner Sünden. Und doch die Liebe Gottes hatte noch kein Ende. Die Weltmacht, welche andere Völker zertrat und sie nicht wiederaufstehn ließ, mußte Israel, nicht um seiner Frömmigkeit oder um seiner Verdienste willen, die es etwa gegen die fremde Herrschaft sich erworben hatte, sondern im Dienst der Verheißung, welche für die Gefangenschaft und für die Erlösung eine bestimmteZeit gesetzt hatte, in sein Land wieder zurückführen. DennJsrael sollte nunmehr dem Erlöser die Geburtsstätte und den Ort seiner Wohnung bereiten, aber seinen Retter in Herrlichkeit empfangen zu dürfen hatte es selbst verwirkt. Einem fremden Volke unterthan, lebte es vielmehr in seinem Lande; und der Tempel, welcher wieder zum Mittelpunkt ihm gegeben ward, entbehrte im Allerheiligsten der Bundeslade. Gnade des immerdar sich gleich bleibenden Gottes allein war es, die überhaupt auch jetzt noch Israel dem anfänglichen Beruf erhielt , aber wirklich auch eine Gnade, welche denselben höchsten Zweck in der unscheinbaren Armuth und in dem Widerspruch der Gegenwart verfolgte. Damit aber Israel über dem augenblicklichen Druck nicht an der Wahrheit Gottes verzweifelte, und damit es beständig die Verheißung, welche ihm die Einkehr des neuen, vollendenden Bundesmittlers in den zweiten armseligen Tempel zusagte, vor Augen hätte, legte die Weisheit der göttlichen Liebe gerade jetzt die Schrift Alten Testamentes in des Volkes Hände zum Wegweiser auf die kommenden und durch die gegenwärtigen Tage hin. Die ganze Geschichte Israels, wie sie in diesem Buch niedergelegt, und wie sie in dem nunmehrigen Bestand

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