Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 5-6 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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78 Herrlichkeit, aber behielt dennoch dieses Volk, um es auf Wegen ernster Arbeit und äußerer Niedrigkeit von Neuem seinem Ziele zuzuführen. Salomos Reich sollte nicht wähnen, in seinen natürlichen Kräften und seiner natürlichen Schönheit stark zu sein; darum ward es in zwei Reiche getheilt, deren eins, Israel, die, wenn gleich geschwächte, Macht des Volks darstellen sollte, das andere, Juda, seinen gottesdienstlichen Beruf. Und verblieb dann Israel in solcher Trennung mit treuem demüthigen Gehorsam gegen den gemeinsamen Gott, dann sollte auch die Vereinigung der Geschiedenen mit allem Segen der Verheißung herbeikommen. So wenig hörte die Liebe Jehovahs auf. Vielmehr gerade da, wo Israels Herrlichkeit von Stufe zu Stufe sank, mußten die Propheten in so großer Zahl wie nie vorher aufstehn, um die dennoch Erkorenen Gottes mit ihren Verheißungen auf des Herrn Befehl zu locken und zu reizen. Gerade jetzt geschahen Wunder und Zeichen in so reicher Fülle, daß alle Augen es sehn konnten, wie auch in den Tagen dieser Niedrigkeit weder die Barmherzigkeit, noch die Allmacht Jehovahs verkürzt seien, sondern zur Rettung und Verherrlichung des Volks lebendig auf dem Plan. Gerade jetzt wurden alle die hohen Weissagungen laut: von dem Immanuel, der Gottheld sein werde, Friedefürst und Ewigvater; von dem Davidssohn, der wie sein Vater aus dem armen Bethlehem kommen solle und dessen Ausgang von Ewigkeit sei; von dem Canaan, das in den Frieden Gottes ganz verklärt werden müsse, und von der einträchtigen Verehrung des Gottes Israel auch durch die Völker, welche als Dränger und Todfeinde in der Gegenwart aufstanden. Als aber das Reich Israel sich ebenso von seinem Gott als von seinem Könige aus Davids Geschlecht schied und nach langen Zeiten der Geduld unter die Herrschaft der Heiden gegeben wurde, denen es gleich geworden war, erhielt die Langmuth der Güte Gottes dennoch Juda, ob der Ernst seiner Gerichte und solche Barmherzigkeit dasselbe noch zu treuem Festhalten an Jehovah führen möchten. War nunmehr auch des erwählten Volkes Herrlichkeit ganz dahin, so blieb doch ein Stumpf des Stammes Jsai, der Wurzeln treiben und wieder emporwachsen sollte, und unter den anstürmenden weltbeherrschenden Mächten erwies Jehovah auch jetzt noch sich mächtig diesem Reste