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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 5-6 (1867) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
5-6 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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76 Mannes führt Israel zu solchem Ziel. Als es dasselbe auf selbsterwähltem Wege, durch einen König Saul, erreichen will, sieht es sich endlich vielmehr der Gefahr des größten Verderbens ausgesetzt; aber durch den aus Gottes eigenem Rath ihm Gegebenen steht es plötzlich siegreich unter allen seinen Feinden da. Und doch ist es wiederum auch dieser streitbare Fürst nicht, welcher ihm die Vollendung bringt; nicht dieser erkämpft ihm mit dem Schwert seines Armes den ungestörten Frieden, sondern aus dem Aufruhr der letzten Tage Davids erweckt Gott den Friedenskönig seines Volks; den Salomo. Dieser Davidssohn ererbt nun das Reich, das er selbst nicht gewonnen hat und das ihm auch nur unter der Feindschaft seiner Brüder durch Gottes besondere Fügung zugefallen ist, das aber wirklich die Art einer herrschenden, über die unmittelbaren Grenzen mit ihrem Einfluß hinausgreifenden Macht an sich trägt. Und dazu wirkt nicht allein der Eindruck israelitischen Kriegsglücks, welches die Nachbarn den unsichtbaren König, der unwiderstehlich für sein Volk streitet, fürchten gelehrt hat, sondern auch der Friede und die Segenssülle, welche eben an diesem Volke Jehovahs ganz offenbar kund werden. Israel findet, wie vorher zu Davids Zeit in der mit Sturm eroberten Königsburg auf dem'Zion, so nunmehr unter Salomo in dem ohne Hammerschlag und lautes Getön auf der Opfer- und Gnadenstätte Morijah erbauten Tempel einen Mittelpunkt, von dem aus die Ströme seines Lebens sich ergießen, und zu dem all sein Leben fruchterfüllt zurückkehrt. Und in Herrlichkeit hat das Friedensreich Salomos gottesdienstliches Gepräge; denn aller Gewinn des Natürlichen wird zu seinem Dienst oder zur Kennzeichnung seiner Macht herbeigezogen. Das Charakterbild dieses Reiches, die Gottes- Wohnung, bleibt nicht ein Zelt, sondern wird ein Bau voll wunderbarer Pracht. Alles Edelste, das die Architektur zu verwenden pflegt, findet als Material oder als Schmuck oder als gottesbezeugendes Symbol an diesem Hause seine Verwendung. Aber Salomos Weisheit durchdringt zugleich die ganze Schöpfung, damit die harmonische Gottverbundenheit alles Natürlichen und des durch die Gnade Neubereiteten in seinem Reiche sich darstelle. Darum geschieht es auch, daß die vor Allem natürlich sehenden Augen und natürlich schließenden Gedanken der fremden Völker von dem Glanz dieses Reichs berührt wer-

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