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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 5-6 (1867) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
5-6 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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73 ihre Kräfte, damit ihr Ruhm das einzige Licht, ihr Vermögen die einzige Macht auf Erden werde. Mit rasender Eile entlaufen die Menschen den Liebesarmen Gottes, und wieder scheint das Ende gekommen, aber die Liebe greift weiter: sie zertheilt das Geschlecht und seine Sprachen und entreißt es also gewissem Verderben. In ihrer Zertheilung ist die Menschheit ohnmächtig zum höchsten Widerstande gegen Gottes Barmherzigkeit, kann sie als Ganzes nicht sogleich dem letzten Verhängniß verfallen. Getrennt gehn die Menschen nun ihre eigenen Wege dahin; die einzelnen Theile wachsen zu Völkern zusammen; aber fort und fort erwacht in einzelnen dieser Theile der gewaltthätige Trieb, aus der Geschiedenheit eine Gesammtheit wieder herzustellen und durch alle Mittel dem einen Theile die gebietende Macht über die anderen zu schaffen, damit der trotzige Eigenwille die Alles beherrschende Macht auf der ganzen Erde sei. Die Menschen widerstreben also wiederum der Gnade, welche sie zum Leben zurückführen will, und nur der beharrende Emst der göttlichen Barmherzigkeit kann das Unmögliche möglich machen, indem er auch auf den neuen Wegen dem Geschlecht« nachgeht. Zur Einigung Aller führt die Weisheit der göttlichen Liebe jetzt nur aus der Sonderung her. Abraham und Sarah, Götzendiener aus einem götzendienerischen Hause, werden erwählt, und von ihrem erstorbenen Leibe erweckt die Macht, welche Leben im Tode der Menschen schafft, ein Geschlecht, dem, während die übrige Menschheit ihre eigenen Bahnen zieht und in ihren verschiedenen Stämmen nur die Ausgabe der Ausbildung ihrer mannigfaltigen natürlichen Kräfte behält, vielmehr die Verheißung vertraut wird, damit durch seinen Dienst einst alle Menschen zum Empfang des Lebens, welches der Sohn Gottes bringen wird, geführt werden. Der Gott aller Menschen erliest sich einen Mann, in dessen Hause der Same geboren werden soll, welcher der Segen aller Völker werden wird. Aber bald will Abrahams Geschlecht von der Erde verschwinden, es kann sich nicht halten auf dem Boden Canaans, dahin es Gott verpflanzt hat, sondern muß in die Ferne wandern sein Leben zu stiften; denn der Heilsweg soll auf keinem Punkte einen natürlichen Verlauf haben, sondern überall die im Widerstreit der Natur Macht gewinnende ewige Liebe aufzeigen.

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