Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 5-6 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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71 sollten, ohne vorher einen Samen empfangen zu haben, welcher die Erlösung herbeizuführen vermöchte. Den Wunderweg schlug er nunmehr mit den Menschen ein, den Weg, welcher das Heil und Leben unter dem sündlichen, dahin sterbenden Geschlecht durch eine neue Schöpfung seiner allmächtigen Liebe bringen mußte. Was er nun wirkt, damit sein anfänglicher Rath dennoch in Erfüllung gehe, stammt nicht aus den Kräften der Menschen oder der gegenwärtigen Natur, denn über dem Allen liegt der Bann des Todes. Vielmehr wo der Menschen und der ganzen Welt Macht zu Ende ist , wo der Tod das Alte und Natürliche von hinnen rafft, greift Gott ein mit seiner stärkeren Kraft; und darum ist das Wunder, in welchem der Weg des Heils für die sündlichen Menschen von Anfang bis zu Ende einhergeht, nicht etwas uns Entwürdigendes, sondern die alleinige Rettung unseres Geschlechts. Aber diese Rettung sollte freilich nicht auf einmal geschehn. Den Anfang ihrer ErWung schauten wohl schon die Augen -unserer ersten Eltern, aber das Ende schob die Weisheit der göttlichen Liebe hinaus. Denn die. Zeit der rechten Vollendung war noch nicht in jenem Anfänge gekommen; empörte sich doch vielmehr sogleich Kain, der erste Same Adams und Evas, gegen die Verheißung und fand seine Lust darin mit Trotz die Sündenstraße zu ziehen, auf die seine Eltern mit Trauern blickten. Aber es war auch die Verheißung nicht in dem Sinne gegeben worden, daß nur Adam und Eva wieder in die Gemeinschaft Gottes zurückgeführt werden sollten, sondern die göttliche Liebe meinte ein ganzes unzählbares Geschlecht; und deßhalb ging der Plan dieser Liebe dahin in den Herzen des ganzen Geschlechts, nachdem ihm alle Erdenhilfe zur Ohnmacht geworden, die Sehnsucht nach dem neuen Leben aus Gott, das zu ftüh angeboten als werthlose Gabe schnöde verworfen wäre, zu erwecken. In dieser Erkenntniß schauen wir mit einigen Blicken den Schritten nach, welche die ewige Liebe durch die Jahrtausende gegangen ist. Gott entzieht dem ersten Geschlecht noch nicht ein sichtbares Zeichen seiner Gegenwart; die Cherube zeigen die Stätte an, da er auf Erden seine Wohnung behalten hat, damit, sobald die Sünde getilgt wäre, die Hülle wiederum hinweggenommen werden könnte, und die Menschen ihn