Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 5-6 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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70 Sohnes in ihnen zum Argen verwandelt, und der Tod als gerechter Lohn der Zerstörer eines solchen Lebens geworden — die Herren der Erde werden fortan von ihrem Staub verschlungen. Hier stehen wir und können mit dem heiligen Gott nicht rechten; sein reines Leben dürfen Sünder nicht behalten, die es doch nur aus dem ewigen Born schöpfen, um es zu verunreinigen; seinen Odem muß Gott zurückziehn, denn im Sünder wird er zum vergifteten Hauch. Was bleibt also übrig, da der göttliche Zorn als ein fressendes Feuer das ihm Widerstrebende verzehrt? Wir selbst wissen nichts zu erfinden—aber die Schrift offenbart uns ein Geheimniß: Eins bleibt noch übrig, die Liebe Gottes, deren Gluthen stärker in seinem Herzen brennen als die Flammen seines Zorns. Im Sohne hat er die Menschen von Anbeginn geliebt, und seine Liebe dürstet danach in diesem Geliebten seine verlorenen Kinder neu zu umfangen. Durch denselben will er mit ihnen ringen ihr sündliches Leben in sein heiliges umzuwandeln; und muß gleich ihr angeborenes Leben um der Sünde willen dem Tode verfallen, er will durch den Sohn, in welchem er ihnen das erste Leben bereitet hat, ein neues darbieten. Und des Sohnes Liebe ist selig eins mit solcher rettenden Liebe des Vaters: Er will Mensch werden, er will dieses Leben, auf dem seines Vaters Zorn lastet, unter allem Sündenelend führen, aber zu Gott will er mit jedem Schritt eilen, mit jedem Odemzug ihm gehören, mit jedem Werk nur seinen Willen thun, und wenn er also bis in den Tod seinem Vater mit untadeligem Gehorsam gedient, alsdann aus des Vaters Händen zu Recht ein neues Leben empfangen, das vom Zorne ganz erlöst allein in die Macht seiner Liebe versetzt wäre, auf daß er dieses neue Leben mit seiner Gerechtigkeit und Seligkeit den Sündern darbieten könne, und alle, die fich ihm ergeben würden, mit ernstem Gericht über sich selbst und gläubigem Ergreifen der angebotenen Gnade, von nun an in sein Bild verwandelt werden könnten, bis durch das Werk des heiligen Geistes die Klarheit des Sohnes ganz ihren Leib und ihre Seele erfüllte. Solchen Rath seiner Liebe und der Liebe seines Sohnes offenbarte aber auch, wenigstens in einigen Zügen alsbald Gott unter den ersten Sündern, die von seinem Wort sich strafen ließen und seinem Gericht sich beugten. Er verhieß ihnen, daß sie dem Tode nicht verfallen