Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 5-6 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554757-2554761--04711-2560648- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
m drei unaufhörlich einet, eben darum ist es keine Thorheit, ist eS keine Entwürdigung für unsere Vernunft zu glauben, daß Gott dreieinig ist, sondern als ein Wunder der Liebe beweist es stch unserem Herzen. Gerade daß Gott dreieinig und daß er also ein Gott der Liebe ist, gerade das ward der Grund für unser Leben, der Grund für die Erschaffung aller Welt. Weil der Vater des Sohnes Angesicht von Ewigkeit sieht, dämm treibt es ihn eben in dem unendlichen Reichthum der Liebe zu diesem Sohne das Bild desselben in Menschenkindern tausendfältig neu zu erwecken; nach dem Sohne will er Menschen schaffen; durch den Sohn will er ihnen das Leben geben und der heilige Geist soll das Werk so lange an ihnen üben, bis die Gestalt des Sohnes klar und hell in Leib und Geist völlig aus ihnen wiederleuchtet. Ist uns aber wohl eine größere Liebe in Gott dem Vater selbst faßbar, als daß er Menschen im Bilde des Ewiggeliebten, des ihm Gleichen schafft, damit er diesen auf neue Weise an sein Herz ziehen könne? und kann wirklich eine höhere Liebe Gottes zu den Geschöpfen erdacht werden als die, welche ihnen das Maß setzt, das Bild seines Sohnes darzusteüen bis zum völligen Durchdrungensein von seinem ewigen Geist? Wir sehn, die Schöpfung steht nun so da: Des Vaters Liebe spricht das „Werde," der Sohn ist in gleicher Liebesfreude bereit, aus seinem Leben entsteht die geschaffene Welt, und der Geist erfüllt dieselbe sogleich, daß er alle einzelnen Wesen zu der Gestalt hinführe, welche der Liebesgedanke Gottes des Vaters gewollt hat. Aber als Schluß und Ziel der Schöpfung erscheint in heiliger Schrift der Mensch: ihm soll die Erde eine Wohnstätte sein; ihm muß sie darum licht werden; für ihn der Himmel stch wölben, damit er die Lichtkörper trage, welche seine Erde erleuchten; für ihn muß der Boden Festigkeit gewinnen, daß er auf demselben wandele; für ihn mit Pflanzen stch bekleiden, die ihn kleiden und nähren; Pflanzen, Gestirne, Fische, Vögel und die Thiere des festen Landes mit ihren Bewegungen müssen auf einen freien Herrn Hinweisen, der nach ihnen kommt und die Schöpfung gelangt nicht eher zur Ruhe, als bis den Menschen die Hände Gottes bereitet haben. Der Mensch aber, weil er als stei bewußtes, persönliches Wesen ein Herr über alles andere geschaffene