Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 5-6 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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67 Wer nur einen guten Allvater kennt, wird gar nicht zweifelhaft sein, was er zu wählen hätte, wenn es ihm frei stünde immer auf Erden in einem Leben zu verbleiben, wie es die Menschen glücklich nennen, oder in die vollkommene Gemeinschaft seines Gottes ausgenommen zu werden. In den Gott des Pantheismus aber, in den bewußtlosen Allgeist wieder zurückzukehren, hat selbst für die Anhänger dieser verwunderlichen Religion nichts Verlockendes, und es muß also wohl ein anderer Gott sein, nach welchem wir die Frommen des Alten wie des Neuen Testamentes mit aller Inbrunst des Herzens ausschauen sehen. Von diesem Gott reden wir jetzt und suchen es uns zu erklären, warum ein Mensch in solchen Worten, wie die oben erwähnten lauten, von der Gemeinschaft mit ihm zu reden im Stande ist. Als die Liebe stellt die ganze Schrift Alten und Neuen Testamentes ihren Gott dar, als die Liebe in der That und in der Wahrheit. Dadurch aber lehrt sie uns Gott als die Liebe verstehen, daß sie kund thut, wie er sich selbst Anderen mittheilt, Anderen hingiebt und nirgends nur sich selber lebt. Als die Liebe zeigt sie uns Gott schon vor aller Zeit in der Ewigkeit. Nicht einen starren Gott führt sie vor unsere Augen, welcher in der Ewigkeit außer Stande gewesen wäre zu lieben, weil er nur immer „Ich" zu sagen vermocht und vor der Schöpfung nichts gehabt hätte, dem er sich selbst schenken durfte. Die Bibel weiß nichts von einem Gott, dem erst die Schöpfung zur Liebe verholfen, so daß er nur durch seiner Hände Werk die höchste Vollkommenheit erreicht hätte, sondern Gott Vater, Gott Sohn, Gott heiliger Geist in ewiger Liebesgemeinschaft verbunden, das ist der Gott der heiligen Schrift. Und weil des Vaters ganzes Leben von Ewigkeit ihm ein Quell ist, welchen er auf den Sohn und den Geist überströmen läßt, weil aber ebenso alles Leben des Sohnes und des Geistes wiederum von denselben zu einander und zum Vater sich ergießt, weil die Fülle der Liebe ihre höchste, selbstlose Vollkommenheit darin zeigt, daß sie die Liebe nicht bloß zwischen zweien, sondern zwischen dreien ist, wie auch der Dreiklang der Liebe des Mannes, des Weibes und ihres Samens als der köstlichste Ton der Liebe in der Schöpfung wiederhallt, weil also ein ewig gleiches Geben und Empfangen die s*