Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 3-4 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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schule. In einigen dieser Schulen wird auch Geographie und Gesang gelehrt, in den meisten aber nur Lesen, Schreiben und Rechnen, natürlich Alles dem Unterrichte in dem Worte Gottes untergeordnet. Es war schon lange mein Wunsch gewesen, auch Mädchenschulen errichten zu können, allein es fehlten mir immer die rechten Lehrerinnen; nun aber unterrichten sowohl die Frau des lieben Br. Fallscher in Nablus, als auch die Frau meines Schulmeisters in Lydda zu meiner großen Freude eine Anzahl Mädchen. In Jerusalem habe ich schon seit vielen Jahren eine Mädchenschule, in welcher, so wie in den beiden genannten, natürlich Nähen und Stricken auch gelehrt wird. Die wichtigste meiner zwölf Schulen, die mich aber auch mehr kostet als alle die andern zusammen, von der ich jedoch zugleich am meisten hoffen darf, ist die Knabenschule auf Zion, welche, als mir nach dem Christenmord im Libanon 1860 viele Waisen zugesandt wurden, in ein Waisenhaus verwandelt wurde. Es waren noch mehrere jener Kinder in der Schule, als vor einem Jahre unter dem schon ohnehin elenden Volke die Cholera ausbrach und die Schaar der Waisen sich mehrte. Den Bitten und Thränen dieser Kleinen und Derer, die ste brachten, war Nicht zu widerstehen und so wurde das Haus recht voll, wiewohl ich damals.wenig Mittel hatte und nicht wußte, woher mir Hülfe kommen würde. Doch hat der Herr das Herz vieler Christen, besonders in Würtemberg, der Schweiz, Rheinpreußen und Schweden geneigt, mir reichliche Hülfe nicht nur für die Armen im Allgemeinen, sondern auch besonders für dieses Waisenhaus zu senden, so daß nun fünfzig Kinder treue, sorgfältige Pflege und guten christlichen Unterricht genießen können. Im Namen dieser Waisen wie in meinem eigenen danke ich Euch, den Wohlthätern dieser Kinder, von Herzensgrund und empfehle sie auch fernerhin Eurer Liebe und Eurem Gebet. Roch ist die Armuth groß, und ich bin oft genöthigt, mit traurigem Herzen ein Waislein fortzuschicken aus Mangel an Platz und an Geldmitteln. Gott sei Dank, cs herrscht unter den Schulkindern ein guter Geist; unter der liebevollen Obhüt der Herren Palmer und Baldensperger gedeihen sie leiblich und geistlich, lieben das Wort Gottes und sind dankbar und gehorsam, so daß ich zuversichtlich hoffen darf, daß Manche in dieser Schule den Weg zum Vater und zur ewigen Heimath finden werden. Der ehemals erwähnte arabische Katechist, Seraphim, der in einem Jesuttenkloster im Libanon erzogen wurde, nun aber echt evangelisch gesinnt ist, steht noch immer auf seinem alten Posten in Shefämer (Galiläa), woselbst er nicht nur der kleinen protestantischen Gemeinde dient, sondern auch den Drusen, Muhamedanern und Ramevchristen, mit denen er zusammenkommt, das Evangelium predigt. — Ein anderer Evangelist, der liebe Br. Fallscher, arbeitet sammt seiner vorzüglichen Gattin in Nablus, besorgt die Gemeinden in Nablus, Rafidia und Nusf-el-Gebiel, die zusammen etwa 100 Glieder zählen,