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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 3-4 (1867) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
3-4 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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60 Evangelium recht nahe bringen konnten. Ich weiß auch von Vielen, die von der göttlichen Wahrheit des Christenthums gewissermaßen überzeugt sind; Einige hatten sogar ihren Glauben an Jesum als den Messias bekennen wollen; doch als sie die Armuth einiger unserer Proselyten sahen, fehlte ihnen Festigkeit und der rechte Glaubensmuth, sich uns anzuschließen, da sie durch diesen Schritt ihrer Chaluka (ein wöchentliches Almosen, das die Juden hier bekommen, und das kaum genügt, ihnen Leib und Seele zusammenzuhalten) verlustig worden wären. Die verschiedenen Anstalten der englischen Juden-Missions- Gesellschaft, nämlich das Hospital, welches so vielen Leidenden Erleichtemng schafft, die Knaben- und die Mädchenschule unter der Leitung von Missionar Bailey, das Jndustriehaus für junge Proselyten unter Herrn Schick, die Arbeitsanstalt für arme Jüdinnen unter Fräulein Hoffmann und die Herberge für Wahrheit suchende Juden, unter der Aufsicht des Herrn Shapira sind ununterbrochen fortgeführt worden. — Die Missionare haben im verflossenen Jahre Liberias, Safet, Hebron, Beyrut, Damaskus rc. besucht und Gelegenheit gesunden, den Juden das Evangelium frei zu verkündigen und unter ihnen Bibeln und Schriften auszutheilen. Die Missionare der englischen kirchlichen Missionsgesellschaft haben so wohl hier wie in Nazareth ihr Werk trotz mancher Schwierigkeiten fortgesetzt. Missionar Klein arbeitet mit Hülfe eines frommen arabischen Katechisten in den kleinen protestantischen Gemeinden in Jerusalem, Ramalloh, Djifneh und Bierzeht. Missionar Zeller unterstützt von dem Katechisten Huber und einem arabischen Bibelleser, dient den Gemeinden in Nazareth und Umgegend, und sucht daneben das Evangelium den Muhamedanern und Namenchristen in Galiläa nahe zu bringen. Herr Dr. Sandretzki wirkt unter den Muhamedanern von Jerusalem und erstreckt seine Thätigkeit bis zu den Beduinen, die er von Zeit zu Zeit in ihrem Lager besucht. So kehrt er denn eben jetzt von einer Reise zu den Täameri- Beduinen, die sich südöstlich von Bethlehem niedergelassen haben, zurück, und erzählt, daß er recht freundlich ausgenommen worden sei und reichliche Gelegenheit gehabt habe, das Evangelium zu lesen und zu erklären. Die Muhamedaner von Hebron haben mich eben bitten lassen, ihnen Unterricht für ihre Kinder zu verschaffen, was mir aber leider nicht möglich ist, da mir die Mittel dazu fehlen. Bis jetzt müssen die Schulen in diesem Lande freie Spulen sein, da die Leute im Ganzen genommen den Vortheil der Erziehung nicht genug zu schätzen wissen, und diejenigen, welche es thun, haben oft die Mittel nicht, zu zahlen. Wir dürfen mit Dank sagen, daß in unserer kleinen, aus Deutschen und Engländern gemischten Gemeinde Friede und Eintracht herrscht; die Gottesdienste werden in ein und derselben Kirche gefeiert, und wir vereinigen uns wöchentlich zwei Mal in den Bet-

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