Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 3-4 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Käufer; und zudem zwingt ihnen die Regierung nicht nur ohne Erbarmen ihre gewöhnlichen hohen Taxen ab, sondern sie fordert noch jetzt gerade eine neue und schwere Abgabe unter dem Ramm: „Almosen für den Sultan." Die englische Regierung sendet Hülfe den hungrigen Hindu's, aber die türkische Regierung zertritt ihre darbenden Unterthanen; ich wende mich an die Christenheit um Hülfe für die Einwohner Palästinas, ehe der Druck des eisernen Jochs sie gar vernichtet. Die Juden Jerusalems sind arm und elend; aber die Fellachen sind jetzt ärmer und elender. Eine Folge dieser letzten Gerichte Gottes war die gänzliche Abstumpfung des Gemüthes; das Herz der Leute schien versteinert, unfähig eines anderen Eindrucks, als den ihrer Armuth, und untüchtig einen anderen Gedanken zu faffen, als den: „Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken?" Nun jedoch zeigen sich bei Einzelnen bessere Gefühle, und Viele erkennen die Gerechtigkeit Gottes. Ich kann hier nicht umhin, die feindlichen Angriffe zu erwähnen, die im Laufe des Jahres auf die englische Juden-Mission und deren Missionare in Jemsalem gemacht wurden, unter der Anleitung derselben Partei, die vor mehreren Jahren den Frieden unserer Gemeinde zu stören suchte, wodurch damals leider so viel Gerede entstand. Da aber seiner Zeit die Pfeile der Verleumdung besonders gegen mich persönlich gerichtet waren, fühlte ich, daß ich dem Beispiel meines Heilandes folgend, nichts Besseres thün könne als stillschweigen, für meine Feinde beten und mich dem befehlen, der gerecht richtet. Da sie auch diesmal mich mit der Gesellschaft und ihren Missionaren hier identistcirt haben, was ich als eine Ehre achte, so will ich kein Wort zu unserer Vertheivigung sagen als dies Eine, daß sie gegen die Wahrheit gesündigt haben, und daß ich täglich bete, daß Gott ihnen ihre Sünde vergeben und ihre Herzen bekehren möge. Die Schwierigkeit, mit der wir in diesem Jahr hauptsächlich zu kämpfen hatten, und die wahrscheinliche Ursache, warum wir nicht mehr Fortschritte gemacht, ist wohl die äußere Noth, in der sich jetzt das Volk befindet. Durch Gottes Gnade stehen wir noch da, obschon Einer unserer Proselyten zu den Juden und leider Manche unserer arabischen Protestanten zu ihren ftüheren Jrrthümern zurückgetreten sind..... Die Protestanten können bei den Mitgliedern der anderen Kirchen selten Beschäftigung finden, und doch müssen sie, der Unterdrückung der türkischen Beamten halber, noch schwerere Abgaben zahlen als andere. Was die betrifft, die da draußen sind, so haben sie gegen alle unsere Beweisgründe und Bitten nur die Eine Antwort: „Gebt uns zu leben!" und bleiben in den meisten Fällen nach wie vor gleichgültig. Doch scheint der Umstand, daß es mir durch die Freigebigkeit christlicher Freunde vergönnt ward, Tausenden von Juden beizustehen, viele ihrer Vorurtheile gegen das Christenthum beschwichttgt zu haben, so daß die Missionare freien Zutritt zu ihnen hatten und ihnen das