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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 3-4 (1867) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
3-4 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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für unsere eigene Heerde wenigstens der größten Noth abhelfen zu können. So wolle Gott auch die Herzen vieler rühren, daß wie einst Christengemeinden in fernen Landen für das arme Jerusalem sammelten, für die Gemeinde hier, fo auch heute das arme Bethlehem nicht vergessen werde. Es ist, daS möchte ich nicht verhehlen, zwischen unserer Bethlehemer Gemeinde und jener ersten in Jemsalem noch ein gar großer Unterschied, aber darin ist sie ihrgleich, daß ste der Hülfe bedarf. Möge der Segen, der von hier ausgegangen ist, in Vieler Herzen daheim einkehren, um dann auch von dort als Misstonsgaben und Gebete nach dem Ort seines Ursprungs zurückzuströmen." Daran stch anschließend, lassen wir hier einige Stellen aus dem obenerwähnten Hirtenbriefe des evangelischen Bischofs Go bat zu Jerusalem folgen: Geliebte Brüder in dem HermI Als ich Euch im letzten Jahr um diese Zeit schrieb, stand ich gewissermaßen zwischen den Tobten und den Lebendigen, während die Cholera in unserer Stadt wüthete und der Wittwen und Waisen viele machte. Die Armuth und Noth, die eine mißrathene Ernte und die Verheerungen der Heuschrecken verursacht hatten, wurden dadurch gesteigert und ich hatte viel zu thun, das Geld, daö mir christliche Liebe, namentlich von England, zu diesem Zwecke zugesandt hatte, auf's Nützlichste zum Besten der dürftigen Wittwen und Waisen anzuwenden. Von meinen christlichen Freunden wurde so reichliche Hülfe mir zu Theil, daß ich im Stande war, nicht nur Hunderten von Nothleidenden unter Juden und Nicht-Juden Nahrung und Kleidung zu spenden, sondern auch mein Waisenhaus mit seinen 53 Kindern, ferner 11 Schulen im heiligen Lande und 10 Misstonsbrüder zu unterhalten. Ich hatte gehofft, daß nach der Ernte die allgemeine Noch aufhören würde, denn wir hatten reichlichen Regen gehabt; allein gegen Ende Mai und Anfangs Juni, als das Korn auf dem Gebirge noch grün war, kamen von Osten her große Schwärme Heuschrecken, die den Boden und die Bäume ganz bedeckten und eine Wüste hinter stch ließen. In den Ebenen, mit Ausnahme der Jordan-Ebene * war die Ernte schon ziemlich gereist und blieb deshalb verschont. Aber in dem Hochlande verzehrten die Heuschrecken Korn und Gemüse, Blätter und Früchte der Bäume, ja sogar die zarte Rinde der obersten Zweige, so daß das Land von Hebron bis zum Carmel doppelt öde aussah und das Vieh, das keine Weide mehr fand, in manchen Gegenden umkam. Zwar haben die, Bäume seither wieder aüsgeschlagen, und die Folgen find nicht so schrecklich gewesen, als ste damals zu werden drohten. Nichtsdestoweniger leiden Tausende großen Mangel, und ich darf wohl sagen, daß Einige vor Hunger starben. Die schwer bedrückten Fellachen (Landleute) suchen ihre Felder und Obstgärten, ihre Häuser und ihr elendes Vieh zu verkaufen, um durch den Ertrag ihr Leben stiften und ihre Abgaben zahlen zu können, aber ste finden wenige

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