Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 3-4 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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56 da er seine Hand in eine Handmühle gebracht hat, doch konnte ich nicht mit ihm reden. In einem Anderen Zimmer finden wir griechische Christen aus verschiedenen Orten und Moslems bei einander. Die orientalische Höflichkeit verläugnen sie nie, einer freundlichen Begrüßung ist man ficherund das in jenen schönen arabischen Begrüßungsformen, die uns wie Nachklänge aus den Zeiten des Bundesvolks anheimeln, so wenn sie nie verfehlen beim Abschiede zu sagen „Friede sei mit dir." — Wir, ich und der treue erfahrene Helfer Missionar vr. Sandretzky, der mir bei meiner vorläufigen Unkenntniß der Landessprache zur Seite getreten ist, lesen eine Geschichte aus dem Neuen Testament, legen sie ihnen ans Herz, je anschaulicher desto besser, da und dort wirft einer ein Wort dazwischen und begehrt Aufklärung. An der Bereitwilligkeit zu hören fehlt es so sehr nicht, aber ein unbändiger und unbeständiger Sinn wohnt in diesem Volke. Sie vergessen so schnell wie sie ausnehmen, manche sind steilich auch wenig geneigt auf das Wort zu achten. Gestern hatte ich einmal Gelegenheit recht handgreiflich zu ihnen zu reden, d. h. so gut es auf Arabisch ging. Der Herr redete selber bei folgender Veranlassung. Vor etwa sechs Wochen war ein schöner stämmiger Araber aus dem Serail im Dienst des Paschah stehend wegen einer Schußwunde hereingekommen; er ward glücklich operirt, von der noch in der Wunde steckenden Kugel befreit und war auf dem besten Wege der Heilung. Aber nach Araber Art, die eine angeborene Scheu davor haben in 4 Wände eingeschlossen zu sein, erzwang er sein Fortgehn, als die Heilung noch nicht ganz vollendet war. So trieb er sein altes Leben, schlief die Nächte draußen im feuchten und kalten Thau, und kam dann nach 4 Wochen im äußersten Stadium der Wassersucht wieder. Nun eilte er schnell, für alle unsere Zusprache ziemlich theilnahmlos, seinem Ende entgegen. Als er gestern so dalag mit weit geöffneten Augen, die schon zu brechen anfingen, schwer athmend und röchelnd, da kam, wie ich sah, auch die umstehenden Kranken ein Schauer vom Ernst des Todes an, und die Worte der Schrift trafen, wenn vielleicht nicht mehr das Ohr des Sterbenden so doch die Herzen der Lebenden. Unglaublich ist im Allgemeinen die geringe Verstandesausbildung und überhaupt Empfänglichkeit der