Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 3-4 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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34 Ich fange gern an mit einigen Blicken in das lieblichste und leichteste Arbeitsfeld, das sich hier auf dem Missionsfeld darbietet, mit den Kindern. Wir wissen, mit welchem Ernst das erfahrene Haupt der hiesigen Mission der Bischof Gobat die Errichtung von Schulen an verschiedenen Orten in Angriff genommen, und wie dadurch schon die eine Wirkung erzielt wurde, daß auch Katholiken und Griechen sich veranlaßt sahen an den Unterricht ihrer Jugend zu denken, was ihnen vorher kaum eingefallen war, und an vielen Orten Schulen zu errichten. Nun was da von evangelischer Seite geschieht, wird der neue Hirtenbrief des Bischofs, welcher wohl bald erscheinen wird, berichten. Mein kleines Feld ist die Mädchenschule der Kaiserswerther Schwestern. Ich führe sie in ein kleines Zimmer, denn es ist kein Ueberfluß an Raum, da sehn fie etwa 16 — 18 Araberkinder, meist mit europäischer Gesichtsfarbe, wie die arabischen Städter haben, zuweilen auch eine schwarzbraune Abyssinierin damnter, die einen aus Jemsalem, die andren aus NabluS, aus Nazareth, aus Jaffa, oder Waisenkinder, deren Eltern in jenen Schlächtereien auf dem Libanon den Tod fanden, die meisten Kinder griechisch-katholischer Eltern, andere auch muhamedanischer Religion. Sie würden sich wundern, wie viel besser die Kinder, welche hier von den Schwestern auferzogen werden, schon deutsch gelernt haben, als ihr Lehrer arabisch, so daß die Sprache für den Unterricht kaum eine Schwierigkeit bietet, Sie würden hier von arabischen Lippen die Sprüche der deutschen Bibel, unsere deutschen Kernlieder sagen und singen hören. Ueberhaupt sind diese Kinder, die von klein auf unter dem Einfluß einer evangelischen Erziehung gestanden haben, von unfern Kindern in der Heimath kaum sehr verschieden, fie wachsen gleichsam unvermerkt in evangelische Zucht und Sitte hinein. Aber nun hernach, wenn sie'dieser Schule entwachsen sind, wenn sie aus dieser reineren Lust, unter der sie gediehen, wieder zurückversetzt werden in die dumpfe und unreine Atmosphäre ihrer Familie! Mit welcher Bekümmerniß und Sorge muß man die kaum eingewurzelten Pflänzlein gleichsam wieder ausreißen lassen aus dem Boden evangelischer Erziehung! Gewöhnlich, nach der verderblichen Landessttte im 13.—15. Jahr verheirathet, werden sie in das Sklavenjoch gebeugt, welches hier Ehe heißt. Man mache sich klar, was es heißt in diesem