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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 3-4 (1867) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
3-4 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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47 „völligen Vergehen" steht freilich in keinem der Evangelisten, das ist nur H's Zusatz, den er aber „als selbstverständliche Folge des Verdorrens" hinstellt, um seine Meinung und Ansicht von der ewigen Verwerfung der Juden herauszubringen, oder vielmehr hinein zu legen. Die zum Beweise angeführten Bibelstellen können uns nicht, von der Wahrheit der Behauptung überzeugen. Wir geben gern zu, daß seit der Zerstörung Jerusalems Israel nirgends als ein selbstständiges Volk besteht, und wiewohl dieser Zustand schon beinahe 2 Jahrtausende dauert, so können und dürfen wir darum doch nicht sagen, daß er bis an's Ende der Welt ein solcher bleiben wird. Schon der Umstand, der anerkannt als einzig in seiner Art in der Geschichte vorkommt, daß die Juden, trotz aller Verfolgungen, durch die sie hindurch gegangen sind, immer noch, wenn auch als „Parasiten an den Bäumen anderer Völker," fortbestehen, aber nicht in den andern Völkern selbst aufgegangen sind, hat Manchen stutzig gemacht, und zu dem Gedanken veranlaßt, daß dies allein Gottes Thun ist, und daß der Gott, der dies gethan, mit diesen „Parasiten" noch etwas Anderes Vorhaben müsse. Sind sie auch, nach unfern Begriffen von Völkern, im Augenblicke nicht als Volk zu betrachten, so sind sie es doch vor Gott ebenso, wie vor Ihm auch die Todten leben. Gerlach sagt in seinem Bibelwerk zu Römer 11, 26: „Das Fortbestehen des Israelitischen Volkes unter allen übrigen Völkern, diese ganz einzige Erscheinung in der Geschichte, hat also den Zweck, daß Gott Seine Bundestreue durch eine noch bevorstehende Gesammtbekehrung des Volkes dereinst verherrlichen will." Wer die Bibel hat, und nur einiger Maßen mit derselben bekannt ist, dem kann es nicht schwer sein, in derselben die Frage über Israel beantwortet, dieses Räthsel gelöst und dieses Geheimniß entdeckt zu finden. Daß der Herr selbst mit dem Gleichniß vom verdorrten Feigenbaum nicht eine immerwährende Verwerfung des jüdischen Volkes andeuten oder lehren wollte, bezeugen schon Seine Worte Matth. 24, 34: „Wahrlich, ich sage euch: dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß dieses Alles geschehe;" und daß sie sich noch bekehren würden, sagt er gerade da, eben so bestimmt und deutlich, wo Er die Zerstörung des Tempels verkündigt, Matth. 23, 38,39: „Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: ihr

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