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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 3-4 (1867) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
3-4 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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44 Bei dem traurigen geistigen Zustande des Volkes Israel ist leider auch unter den Christen die Theilnahme an dem Werk der Judenmisston noch immer eine geringe. Wenn Männer, wie der selige Harms in Herrmannsburg vor einigen Jahren gethan, die Judenmisston für unnütz und überflüsstg erklären, und die Hoffnung einer künftigen, allgemeinen Bekehrung Israels bestreiten und für Träumerei ausgeben: so ist es nicht zu verwundern, wenn viele einfache Christen stch durch solche Behauptungen imponiren lassen und die Aussprüche solcher Männer als wohlbegründete und entscheidende Autorität ansehen. Nochmehr ist dies der Fall, wenn Männer wie Prof. Hengstenberg dasselbe thun. In dem Maihefte seiner evangelischen Kirchenzeitung 1866 findet sich ein Artikel überschrieben: „Der Feigenbaum," in welchem die Stellen Matth. 21, 18 — 22, Marci 11, 12 — 14. u. s. w. erklärt werden. Dort heißt es Seite 515 und 516 unter Anderem: „„Keine Frucht mehr,"" Das hat die Erfahrung vollkommen und in wahrhaft schauriger Weise bestätigt. Wer Geld sucht, wird es bei den Juden finden, aber der Ruhm, auf den Moses sie anweist: „ „ So behaltet's nun und thut's. Denn das wird eure Weisheit und Verstand sein bei allen Völkern, wenn sie hören werden alle diese Gebote, daß sie müssen sagen: ei, welche weise und verständige Leute sind das und ein herrlich Volk," " ist völlig von ihnen geschwunden. Es ist bei ihnen „„keine Wahrheit, kein Trost, kein Friede, keine Kraft,"" alles ist salzlos, geistlos, abgeschmackt geworden. Die anziehende Kraft, die sie von dem Auszuge aus Aegypten bis zu jenem entscheidendem Momente entfalteten, ist völlig geschwunden. Keine Welsen aus dem Osten, kein Kämmerer aus Mohrenland, keine Gottesfürchtigen ziehen ihnen mehr zu. Sie sind so herunter gekommen, daß sie selbst gar nicht mehr darnach trachten Proselyten zu machen, sich abmahnend verhalten, wenn hier und da ein verlorenes Subjekt sich zu ihnen thun will. Wer Frucht begehrt, sucht sie nicht bei den Juden sondern bei der christlichen Kirche. „Dieser Zustand soll „„in Ewigkeit"" währen. Einer versuchten beschränkenden Auffassung dieses Wortes tritt schon die mit ihm Hand in Hand gehende Thatsache entgegen, daß der Feigenbaum mit

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