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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 3-4 (1867) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
3-4 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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36 Ferner heißt es: „„Durch seinen Diener Moses läßt nun Gott den Ausbau des Grundgesetzes durch Specialgesetze vollenden, und dem Volke wurde jedes neue Gesetz zur Annahme vorgelegt, und das Volk antwortete, daß es das Gesetz annehmen und befolgen werde." " Läßt sich wohl eine gröbere Lüge denken, als die, Gott habe „jedes neue Gesetz dem Volke zur Annahme vorgelegt?" Ist in dem ganzen Gesetze Moses auch nur ein einziges Mal von einem solchen Vorlegen der Gesetze die Rede, als ob das Volk um sein Gutachten oder um die Bereitwilligkeit gefragt worden wäre, ob es dieses oder jenes Gesetz annehmen wolle? Das orthodoxe Judenthum glaubt vielleicht zum Theil noch die abgeschmackte Fabel, Gott sei mit Seinem Gesetze zu allen Völkern gegangen und habe sie gefragt, ob sie dasselbe annehmen wollten; als aber alle sich weigerten, sei Er zuletzt zu Israel gekommen, und befürchtend, Er möchte auch von ihnen abgewiesen werden, habe Er den Berg Sinai wie einen Trichter in die Höhe gehoben, über Israel gehalten, und sie in dieser gefährlichen Stellung gefragt, ob sie Sein Gesetz annehmen wollten oder nicht. Ob die Herren des „geklärten" Judenthums mit ihrem Klären und „Vorwärtsschreiten" etwa schon bei diesem alten Standpunkte wieder angekommen sein mögen? Es heißt weiter in dem Artikel: „ „Gott hat demnach durch Seine Gesetzgebung vorgezeichnet, in welcher Weise Er wolle, daß regiert werden solle; Er verkündet Sein Gesetz und fragt das Volk, ob es dieses Gesetz annehmen wolle, und erst durch diese Annahme erhält das Gesetz seine Gültigkeit. Also der Constitutionalismus ist von Gott selbst eingeführt. Da aber Gott selbst Sein Recht auf einen Vertrag gründet, so kann ein Staubgeborener doch keine höheren Rechte als Gott selbst beanspruchen." " — Hätte also Israel erklärt, es wolle das Gesetz Gottes nicht annehmen, so hätte dasselbe keine Gültigkeit gehabt. Der Gott der Judenzeitung muß also ein sehr schwacher Gott sein, da einige Menschenkinder, „Staubgeborene" Sein ganzes Gesetz ungültig machen können, da es von ihrer Einsicht und ihrem Verstände abhängt, zu beurtheilen, ob das Gesetz Gottes Etwas taugt oder nicht. Gegen solche Helden kämpfen selbst die Götter vergebens. Nur müssen wir unsere Verwunderung aussprechen, wie es möglich ist, daß ein Volk

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