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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 3-4 (1867) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
3-4 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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35 Gesetz wurde fortan der Bund, und die Lade, in welcher das geschriebene Gesetz aufbewahrt wurde, die Bundeslade genannt." " Wir fragen auch hier blos, wen verordnete Gott der Herr zu dem Geschäft, „dieses Grundgesetz in zwei steinerne Tafeln einzugraben?" In unfern hebräischen und deutschen Bibeln steht überall, daß „Gott selbst die Schrift darein gegraben hatte." 2. Mos. 31,18. 32, 16. 5. Mose 9, 10. Eben dasselbe wird auch 2. Mose 34, 1 und 5. Mose 10, 1—4 von den andern zwei Tafeln erzählt, die Moses hauen und mit sich auf den Berg Sinai nehmen mußte. Daß Gott selbst mit Seinem Finger die zehn Gebote in die Steine geschrieben, scheint dem Correspondenten und dem Herausgeber der Judenzeitung eben so unbekannt zu sein, wie dem Verfasser des Zeitungsartikels; oder empfinden die Herren trotz ihres prahlerischen Appellirens auf „ihre" heilige Schrift eine Unheimlichkeit, wenn sie zugeben sollen, daß Gott selbst die Schrift eingegraben habe? Der Artikel fährt also fort: „„Gott selbst, der Schöpfer und Ernährer des Volkes, will also sein Recht als Herrscher auf einen Vertrag, auf ein Bündniß gründen, nicht auf Seine Schöpfungskraft. Er hatte den Menschen mit freiem Willen geschaffen, forderte Selbstbestimmung vom Menschen, mithin mußte Gott selbst jetzt mit den Menschen einen Vertrag schließen, mußte dessen Selbftbestinimungsrecht gelten lassen. Daher spricht denn auch Gott in der heiligen Schrift Seinen Abscheu aus gegen den Absolutismus der Heiden, gegen die Greuel der Herrscher und schwört diese Greuel zu rächen." " Wo und bei welcher Gelegenheit Gott der Herr sich Seines Rechtes, als absoluter König über die Menschen zu herrschen begeben habe, wird nicht gesagt; uns ist auch unbekannt, wo Er „Seinen Abscheu gegen den Absolutismus der Heiden" ausgesprochen habe. Es ist in der Judenzeitung kein biblisches Citat angeführt; man scheint besonders an die Greuel der Einwohner Canaans zu denken, ehe Israel das Land einnahin. Doch ist wohl von keinem Absolutismus und keinen Greueln der Herrscher insbesondere die Rede; sondern vielmehr von den Sünden der Völker im Allgemeinen, die Herrscher nicht ausgeschlossen. Vergl. 1. Mose 15, 16. 2. Mose 34, 12. 5. Mose 9, 4, 5. 3*

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