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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 1-2 (1867) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
1-2 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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30 Argwohn sind. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, daß Herr Rassam sich großherzig erbot her zu kommen, und er würde auch gekommen sein, wenn er die Erlaubniß dazu bekommen hätte.*) Aber man muß den König nehmen, wie er ist. Er war auf dem Gipfel der Macht und bekümmerte sich damals nicht um Freundschaft, und darum auch nicht um Veranlassung einer Vermittelung. Sein Stolz wurde dadurch beleidiget, daß er keine Antwort auf seinen Brief erhielt. Diese wünschte er und sonst Nichts. Wäre sie Anfangs angekommen, so würde er ohne allen Zweifel gesagt haben: „Ich bin nun zufrieden gestellt; man hat mich beleidigt, aber ich habe gezeigt, daß ich meinen eigenen Willen habe." Hiermit würde auch unsere Lebens-Erfahrung im Gefängnisse ein Ende gehabt haben. Man muß jedoch auch das bedenken, daß es Niemandem einfallen konnte daran zu denken, daß ein so freundlicher Vorschlag zurück gewiesen werden könnte. Nach unfern Begriffen sollte ein Brief von einer so hohen Person (wie die Königin) in aller Form und mit allem Glanz übergeben werden. In einem Abyssinischen Wörterbuche mag es heißen: Irgend wie, sobald er kommt." Wir fügen Vorstehendem die Bemerkung bei: Bald in den ersten Monaten des vorigen Jahres traf in England die Nachricht ein, daß die Gefangenen freigelassen wären und ihre Rückreise nach Europa angetreten hätten. Wir freuten uns über die frohe Kunde mit Zittern; denn wir konnten uns der Befürchtung nicht entschlagen, daß, solange die jetzt Befteiten nicht die abyssinische Grenze überschritten hätten, sie auch noch nicht in völliger Sicherheit wären; der launenhafte König Theodorus könne ja seinen Beschluß leicht ändern und den Befehl geben, sie wieder in Haft zu nehmen. Leider! hat sich diese Befürchtung allzubald bestätigt. Die theuern Männer Gottes sind wieder festgenommen und nach Amba Magdala zurückgeführt worden, wo sie wieder im Gefängniß gefesselt liegen. Eine englische Zeitung brachte im November sogar die Nachricht, daß die Gefangenen allesammt hinge- *) Es mag hier wohl erwähnt werden, daß ich einen Brief von diesem Herrn sah, bald nach dem er nach Massowah gegangen war, in dem er sagt: „Ich werde meinen Weg mit dem Briefe der Königin fortsetzen, ob ich sicheres Geleite habe oder nicht." — C. H. P.

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