Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 1-2 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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SS In Anschluß an Herrn Sterns lange und außerordentliche Erzählung, ist Herrn Purday ein Brief von Herrn Rosenthal zu Händen gekommen, aus welchem ihm gestattet worden ist, folgenden interessanten Auszug zu machen: Magdala Amba, den 16. September 1865. Sie wissen, daß sich die ganze Sache unserer Einkerkerung um den Brief von der Regierung dreht. Wäre derselbe vor einem Jahre ohne alle und jede Bemerkung angekommen, so ist es wahrscheinlich, daß wir längst schon unsere Freiheit hätten. Würde derselbe präsentirt mit oder ohne Ceremonie — entweder von einem Engländer oder Abysstnier — so glauben wir ziemlich gewiß, daß, wenn uns auch nicht gestattet werden sollte, das Land zu verlassen, doch wenigstens unsere Einkerkerung ein Ende haben würde. So läuft die ganze Sache dahinaus: Wegen des oft erwähnten Briefes, der in irgend einem verborgenen Winkel des Weltalls noch auf einige Zeit zurückgehalten wird, haben wir keine andere Hoffnung, als daß wir bis auf unbestimmte Zeit in Magdala oder an irgend einem andern Orte der Hochlande Abysssniens bis zu seiner Ankunft bleiben müssen. Der Unterschied zwischen früher und jetzt ist jedoch der: Früher wünschte der König nur eine Antwort. Es wurde ihm der Vorschlag gemacht, daß ein Herr dieses Schriftstück befördern und zur selben Zeit eine Versöhnung zwischen beiden Parteien bewirken sollte. Es bleibt nur noch übrig dem Negus die Gründe zu erörtern, daß er den Vorschlag annimmt, da die Sache so liegt, daß beides zur Ausführung gebracht werden kann. Das Eine ohne das Andere würde nicht hinreichen unsere Freilassung zu bewirken. Es muß noch etwas Anderes in ernste Erwägung gezogen werden. Seiner Majestät ist so oft von der Ankunft des Brieses in Massowah berichtet worden, ohne daß er hier angekommen ist, daß, wenn er nicht bald kommt, oder jener Herr in Massowah keinen offenen Weg findet, ihn hierher zu befördern, Seine Majestät glauben möchte, daß die ganze Briefangelegenheit ein Betrug sei, den man gegen ihn ausübt, um uns ruhig aus dem Lande fort zu bringen. Und wenn sich das erst in seinem Gemüthe festgesetzt hat, so kann dies übel für uns ausfallen; Sie wissen, daß Gemüther, die nicht unterrichtet find, sehr offen für