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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 1-2 (1867) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
1-2 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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S8 blieben sein würde, wenn der Stolz des argwöhnischen und beleidigten Monarchen durch die rechtzeitige Ankunft des immer noch erwarteten Briefes von Ihrer Majestät befriedigt worden wäre. Samuel drängte uns seine unerwünschte Gegenwart nicht mehr länger auf. Einst brachte er einige italienische Denkmünzen und mathematische Meßinstrumente in Rosenthals Zelt und bat um Belehrung ihres Gebrauchs. Rosenthal rieth ihm, mich darum zu fragen, worauf er in einem unwilligen Tone erwiederte: „Immer Cocab! Aus der verschiedenen Form und Güte des Papiers, wie der erbärmlichen Tinte wirst du sehen, daß ich immernoch an außerordentlichem Mangel leide, was das Schreibmaterial betrifft. Wir erwarteten, daß uns die Boten Papier von Massowah mitbringen würden; aber die dummen Menschen ließen das Gepäck zwei Tagereisen entfernt von hier zurück, welches nun die angeschwollenen Flüsse verhindern zu holen. Die Lage, in welcher ich nun meine heimliche Correspondenz zu führen gezwungen bin, ist eine sehr peinliche. Doppelt mit Schellen gegen drei Achtel Ellen lang zwischen den Knöcheln gefesselt, die wieder mit einer andern, einige Zoll kürzern an dem rechten Handgelenke verbunden sind, kauere ich mit dem in meinem Schooße halbverborgenen Papiere nieder und kritzle drauf los; die Lage ist nicht geeignet die Feder mit Leichtigkeit zu führen; aber das ist von keiner Bedeutung, die Beschäftigung zerstreut wenigstens auf einige Stunden die düstern Träumereien, denen mein Gemüth gegen meinen Willen nachhängt, und versieht Dich und meine Freunde mit einem treuen Umriß meiner eigenen und meiner Mitgefangenen traurigen Geschichte, und dies entschädiget mich reichlich für die Mühe, welche die Aufgabe meinem durch Ketten verkrüppelten Körper macht. Ich wünschte nicht, daß dieser Brief verloren ginge; mein nächster wird ganz harmlose und unanstößige Dinge enthalten. Sei so gut, Herrn Goodhart eine Abschrift von diesem zu geben. Der Gott der Gnade und Liebe sei mitDir und den theuern Kindern; und daß unsere gegenseitigen Sorgen und Leiden bald in Glück und Freude verwandelt werden mögen ist das unablässige Gebet Deines Dich zärtlich liebenden Gatten Henry A. Stern.

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